 nicht erkannt.
    Ich habe mich nach allen Sachen genau erkundiget, und darauf einen Plan
gegründet, um in das Haus zu kommen. Dass ich nicht erkannt werde, dafür will ich
schon sorgen, und diese Schwierigkeit ist im Grunde die unbedeutendste.
    Wie schwach ist der Mensch! - Seit wie lange glaubte ich nun schon, über
alle diese Eindrücke erhaben zu sein, und doch haben sie mich nun mit neuer
Gewalt angefallen, und dann lach ich wieder über mich, und finde mich selbst
kindisch.
 
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                           Mortimer an Eduard Burton
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Ich schicke Ihnen hier das Manuskript Ihres Vaters zurück, das ich mit großer
Aufmerksamkeit gelesen habe. Wie viele Wege gibt es in unserm Verstande, die den
Menschen so leicht auf eine falsche Bahn bringen können! Die Sucht über uns
selbst zu grübeln, liegt in uns, und doch lernen wir beim aufmerksamsten Studium
nichts, und alles Einfache und Gute verliert sich aus uns bei diesen
Betrachtungen. Der Mensch gewöhnt sich dabei gar zu leicht, sich nur als ein
spekulierendes Wesen anzusehen, und mit eben den Augen die übrigen Geschöpfe zu
betrachten. - Ich sage Ihnen für Ihr Zutrauen vielen Dank; solche Aufsätze sind
Wegweiser und Leuchttürme für andere Menschen.
    In mir ist wieder die Sucht aufgewacht, eine kleine Reise zu machen, und
wenn ich durch nichts gehindert werde, will ich auch diese Neigung nächstens
befriedigen. Dann besuche ich zugleich Sie und Ihre liebenswürdige Schwester. -
Amalia ist auf ein paar Tage in der Stadt gewesen, um ihre Eltern und ihren
fleißigen Bruder zu besuchen. - In einigen Monaten hoffe ich Vater zu sein, und
ich bin neugierig, wie mich diese neue Würde kleiden wird.
 
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                            Emilie Burton an Amalie
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Liebe Freundin, ich fühle mich zum Schreibtische ordentlich mit Gewalt
hingezogen, um mich mit Ihnen zu unterhalten. Sie haben so oft Ihren Kummer in
Briefen gegen mich ausgeschüttet, und ich denke eben darüber nach, ob jetzt
vielleicht an mich die Reihe ist. Ich habe oft von Rührung reden hören und
selbst gesprochen, aber bis jetzt ist es nur ein Wort für mich gewesen, dessen
eigentliche Bedeutung ich erst heute habe kennen lernen.
    Schon seit einigen Tagen hält sich ein kranker armer Mensch in unserm Hause
auf, dem mein Bruder aus Mitleid ein kleines Zimmer hat einräumen lassen, weil
der Gärtner für ihn bat. Die Bedienten haben ihn bis jetzt verpflegt, und wir
bekamen ihn fast gar nicht zu sehen, denn er hielt sich immer außerordentlich
still und eingezogen, und jedermann im Hause glaubte, dass seine Krankheit
vorzüglich in einer tiefen Melancholie bestehe.
    Mein Bruder war gestern ausgeritten und ich saß allein im Garten. Sie kennen
die Laube, in der ich am liebsten bin, wo man
