 auf die Art noch Zeit in
meinen Geschäften sparen. Diese Sparsamkeit kommt mir jetzt selber lächerlich
vor, aber genug, dass es mir bequem ist.
    Ich will dieses Buch aufbewahren, um mir im Alter das Vergnügen zu machen,
es wieder durchzulesen. Man kann dann nur eine richtige Vorstellung von sich
selber haben, wenn man solche Proben von den ehemaligen Kleidern zurückbehält.
Aus diesem Grunde würde ich fast in jeder Woche etwas niederschreiben, wenn ich
nicht zu träge wäre.
    Warum sollt ich nicht auf eine recht gute Art den empfindsamen Verliebten
spielen können, da es viele Dichter gibt, die sich poetisch irgendeine
Liebschaft ersinnen, um poetische und herzrührende Verse darüber zu machen?
Meine Rolle ist bei weitem leichter, da ich doch einen wirklichen Gegenstand,
und noch überdies mit einem reichen Vermögen ausgestattet, vor mir habe.
                                 In meinem fünfundvierzigsten Jahre geschrieben.
Eine sonderbare Empfindung befällt mich, da ich dies alte, staubige Buch wieder
in die Hände nehme und durchblättere. Ich kehre aus der Welt und zur Ruhe
zurück, und finde hier die skizzierte Geschichte meiner Jugendideen. Manches
finde ich noch wahr, und ohne dass ich es wusste, habe ich mir während meines
geschäftigen Lebens den hier beschriebenen Charakter Cromwells zum Muster
gewählt. Gefiel mir dieser Charakter, weil verwandte Züge in mir lagen; oder
entwickelten sich diese, weil ich das Bildnis dieses Menschen immer mit
Wohlgefallen betrachtet hatte? - Doch diese Spitzfindigkeit zerfällt in sich
selber.
    In der Welt hat mir der Zufall den verhassten Lovell stets gegenübergestellt,
er kreuzte durch alle meine Plane und unaufhörlich musst ich mit ihm kämpfen. Er
war gleichsam das aufgestellte Ziel, an dem ich meinen Verstand und Scharfsinn
üben musste.
    Meine Gemahlin ist tot und nur in den letzten Jahren war ich so glücklich,
einen Sohn und eine Tochter von ihr zu bekommen. Ihr ist jetzt wohl, denn sie
fühlte sich immer unglücklich. Sie gehörte zu den Menschen, die sich durch
abgeschmackte Erwartungen den Genuss ihres Lebens selber verbittern. Man sollte
es schon in den Schulen lernen, was man von der Welt und den Menschen fordern
kann, um sich und andre nachher nicht zu peinigen. Ich war keiner von den
Menschen, wie sie ihr einige Dichter geschildert hatten; diese luftigen,
bestandlosen Wesen hatte sie ihrer Phantasie fest imprimiert, und an diese
Schimären maß sie alle wirkliche Menschen, die ihr aufstiessen. Dass sich die
Menschen aus diesem wirklichen prosaischen Leben so gern einen bunten, schön
illuminierten Traum machen wollen, und sich dann wundern, wenn es unter den
Rosen Dornen gibt, wenn die Gebilde umher ihnen nicht so antworten, wie sie es
mit ihrem träumenden Sinne vermutet hatten! - Wer kann es mit diesen Narren
aushalten?
    Man gebe mir den abgefeimtesten
