 gewiss nicht so lange zu schaffen gemacht.«
    »Nach solchen Taten war sie ihm ein voller Becher Nektar aus dem Olymp. Er
ist auch so klug gewesen, den Alexandrinischen Krieg nicht selbst zu
beschreiben. Nachdem er beinahe die ganze Römische Welt besaß, war es wenigstens
Unklugheit, in einem solchen Mordloche Leib und Leben und sein ganzes Glück aufs
Spiel zu setzen. Aber der Held wollte dem Himmelskinde, der Kleopatra, für den
Genuss, den sie ihm gemacht hatte, ein Königreich geben; und führte es aus. Er
wagte hier ein paarmal alles, so wie sonst nirgends; außer wie er über das Meer
von Brundusium setzte.«
    »Glück hat er viel gehabt, wie auch unser Friederich; ohne dies kein
berühmter Held. Seine großen Taten vollbrachte er übrigens in dem reifsten
Alter.«
    Der Fürst konnte sich nicht enthalten, gewaltig von einem so jungen
heroischen Geist ergriffen, ihn öffentlich zu umarmen, und ihm einen Kuss zu
geben; worüber sich jedermann, als etwas ganz Außerordentliches, verwunderte.
 
                                    Fußnoten
1 Dem 51sten Psalm.
2 Sömmerring, mein Freund, hat mir zu dieser Unterredung folgende meisterhafte
anatomische Schilderung mitgeteilt, die alles erschöpft. »Zu einem guten Sänger
gehört, außer guten und geübten Hörorganen, einem regelmäßig gewölbten, bequem,
gemächlich und kräftig im eigentlichen Verstande nachdrücklich zu bewegenden
Torax, weiten, starken, leicht und frei ausdehnbaren Lungen, einem nicht zu
gestreckten noch zu gestauchtem Halse, noch insbesondre: ein genau richtiges
Verhältnis der Teile des Kehlkopfs zu einander, eine nicht zu straffe, noch zu
schlaffe Zusammenfügung derselben, eine mäßige Biegsamkeit derselben,
gleichmäßige Kraft der Muskeln desselben auf beiden Seiten, vorzüglich gleiche
Dicke, Länge, Einfügung, Geschmeidigkeit und Spannung der Stimmritzenbänder,
gleiche Höhe der Taschen, ein nicht zu hoch geendigtes, noch zu tief hinab
hangendes, nicht zu schlotterndes, noch zu scharf angezogenes Gaumensegel, ein
regelmäßig geformtes, nicht zu langes, noch zu kurzes, nicht zu breites, noch zu
schmales, nicht zu rundes, noch zu parabolisches, nicht zu flaches, noch zu
krummes Gewölbe des festen Gaumens, eine gehörig befestigte, zu einem
regelmäßigen Gaumen vollkommen passende, schnell umzuformende, und doch kräftige
Zunge, regelmäßig symmetrische, willig nachgebende Zungenbeine, gehörig offene,
und doch an den Eingängen und Ausgängen gradweis leicht zu schliessende rein
widerhallende Nasenhöhlen, eine nicht zu dichte, noch zu sehr unterbrochne,
nicht zu hohe, noch zu niedrige Zahnreihe, ein weder wülstig noch schmal
gesäumter, nett und präcis geendigter Mund, der daher auch nett und präcis
wirkt, folglich weder ein fremdes Gesprudel beimischt, noch der Schönheit, der
Reinheit, dem Wohlklang der vollkommen schön geformten Töne den mindesten
Abbruch tut. Selten sind aber der
