 dies sollte nie gestattet werden.«
    »Mit dem Degen ist der Zweikampf aber oft nur Kampf, wie zwischen Stieren
und Hirschen; man sucht dem andern nur ein wenig das hitzige Blut abzuzapfen.
Dergleichen Sachen können nicht wohl vor Gerichten ausgemacht werden; und auch
bei andern lässt es ein gewisser edler Celtischer Stolz nicht zu, dass Philister
entscheiden dürfen, wie ich gerade Manches empfinden und darüber denken soll.
Unsre Stärke äußert sich nun einmal mit Degen und Schiessgewehr, und nicht mehr
mit Prügeln, Ringen und Fauststössen. Wer sich selbst nicht verteidigt,
verteidigt schwerlich auch mit Gefahr seines Lebens Vaterland oder das Recht
seines Fürsten; und es zeigt allemal wenig Gefühl ursprünglicher Vortreflichkeit
an, wenn man den Tod allzusehr scheuet, und seinen Balg allzusehr schont.«
    »Wer das Recht hat, einen Degen zu tragen, mit dem muss man sich auch
schlagen. Wer in einer Gesellschaft leben will, muss sich nach den eingeführten
Gewohnheiten richten, oder so wenig Neigung zur Geselligkeit haben, um sich von
ihr verachten lassen zu können.«
    »Ferner, wer das Recht haben will, einen Degen zu tragen, muss ihn auch zu
gebrauchen wissen; um dies zu zeigen, trägt er ihn. Wer nicht Griechisch lesen
kann, braucht keine prächtige Ausgabe des Homer in seiner Handbibliotek zu
haben; wenigstens darf er nicht damit prahlen.«
    »Man soll die Leute kennen, mit denen man umgeht, und umgehen muss.
Offiziere, Edelleute, die mit einander leben, sollen immer wissen, welches die
geschicktesten sind im Fechten und Pistolenschiessen, und sich in Acht nehmen,
diese zu beleidigen.«
    »Kriegerische Stärke behauptet immer den ersten Rang; denn sie ist zur
Erhaltung die notwendigste.«
    »Wenn sich ein Mensch aber darauf verlässt, und mutwillig und frech
Unschuldige beleidigt, verwundet und tötet: dann werden sich mehrere bald gegen
ihn verschwören, bis endlich Meuchelmord erfolgt, wo die Regierung nicht
schützen kann. Oder man schickt einen stärkeren, ausgelernten Fechtmeister
unbekannt über ihn, wie in Frankreich geschieht; und vertilgt ihn aus der
Gesellschaft.«
    »Bei einem Volke, ja bei Ständen, wo der Zweikampf nicht im Gebrauch ist,
herrschen auch grobe Sitten. Die berühmten Atenienser, Philosophen, Redner,
Dichter, und noch zuweilen unsre Gelehrten, schimpfen sich einander wie die
Sachsenhäuser. Die Messerstiche machen die heutigen Römer zu den feinsten
Gesellschaftern. Und die Vernunft gewinnt dabei; man gerät nicht ins Wilde, die
Leidenschaft wird im Zügel gehalten.«
    Der Fürst antwortete auf dieses alles: »Ich liebe das jugendliche Feuer, und
schätze zugleich die Beredtsamkeit, womit Sie die Sitte Ihres Standes zu
verteidigen suchen. Aber in einem wohlgeordneten Staate darf kein Mitglied das
Leben eines andern
