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besonders wenn er an einem vortrefflichen Instrumente sitzt, nachher die Töne mit
fertiger Kunst und glücklicher Phantasie zusammengreifen, und ihre Wirkung in
Melodie und Harmonie versuchen kann. Mit je mehr Lust und Liebe er es tut,
desto tiefer wird er in die geheimste Wissenschaft, gleichsam die erste
Schöpfung der Musik, eindringen.«
    »Nehmen wir hier den harten Dreiklang von C. Die Quinte ist ein wenig zu
niedrig, und die Terz E zu hoch; obgleich vielleicht treflich abgemessen nach
der gleichschwebenden Temperatur.« -
    »Jetzt hab' ich die Quinte und große Terz vollkommen rein gestimmt, wie sie
die Natur schon selbst angibt auf der tiefen Saite. Gewiss hat der Accord einen
andern Ausdruck, und die höchste Reinheit vollkommener Existenz lebt und regt
sich, wie ein Alkibiades, eine Phryne aus dem Bade nur je dem Auge könnte, für
ein zartes Ohr in der Luft.«
    »Wir können nicht alle Accorde so rein stimmen, weil es mit der Anzahl von
zwölf Tönen nicht möglich ist in einer Oktave auf dem Klavier, und weil derselbe
Ton, wie ihn die Reihe trift, alle Konsonanzen und Dissonanzen machen muss.«
    »Um Ihnen dieses deutlich für den Sinn des Auges vorzustellen, wünscht' ich
ein Monochord zu haben. Doch wenig Zahlen und Beschreibung sind für den Verstand
schon genug.«
    »Wenn man auf dem Monochord eine Saite von vier oder fünf Fuß zum Beispiel
so spannt, dass der Ton das so genannte ungestrichene C entsteht, und ich einen
Steg gerad' unter die Hälfte derselben stelle: so gibt jede Hälfte den Ton des
eingestrichnen C, folglich die Oktave; und diese verhält sich also genau wie 1
zu 2.«
    »Bringt man einen andern Steg unter den vollkommen richtig gemessenen
dritten Teil der Saite: so gibt dieser den Ton des eingestrichnen G, oder die
reine Quinte zu dem eingestrichnen C. Diese verhält sich also wieder genau zu
diesem C wie 2 zu 3.«
    »Bringt man einen dritten Steg unter den vierten Teil: so erhält man die
Quart F zu C; und diese verhält sich wie 3 zu 4.«
    »Die große Terz verhält sich wie 4 zu 5; die kleine Terz wie 5 zu 6.«
    »Durch gehörige Mittel hat man dem Auge sichtbar gemacht, dass der Ton durch
Schwingung elastischer Körper entsteht, die dem zarten Elemente der Luft eine
gleichförmige Bewegung mitteilen, und dass die Zahl der Schwingungen sich gerade
verhält, wie die angegebnen Längen.«
    »Drei große Terzen, als C E, E Gis, Gis His (= C) müssen auf unserm Klavier
gerade eine Oktave ausmachen. Wenn sie aber rein sind, wie das Ohr und ihr
Verhältnis sie erheischen: so
