 Geist und Gehalt hat.«
    »Wenn er nicht der Accord der Quinte des Grundtons vom Ganzen ist: so ist er
der Accord der Dominante einer neuen Existenz, wohin die vorige übergeht.«
    »Am schönsten klingt er, wenn die große Terz, la note sensible, oben
schwebt; schmachtende Lippen am vollen Becher der Lust, Berührung des heiß
verlangten Zieles. Im Allgemeinen ist er Übergang in irgend eine Existenz, sie
sei höchst glücklich, oder höchst schrecklich.«
    »Eins der vortreflichsten Muster vom Ausdruck des Schrecklichen findet man
in der Sophonisbe von Traetta, (Akt III. Sc. 10.) bei den Worten: Ah, non
credei, che si terribil fosse l'aspetto della morte. Die ganze Melodie bewegt
sich, in Mark und Bein dringend, durch alle Töne desselben auf der Dominante G,
hält am meisten in der Note sensible, und stürzt sich bei Morte fürchterlich in
die große Terz des harten Dreiklangs von C.«
    »Eben so vortrefflich, und noch tragischer, braucht diesen Accord Sarti in
der göttlichen Szene, wo Giulio Sabino von seinen zarten Kindern und seiner
geliebten Gattin Abschied nimmt; bei der Stelle: Jo già lo sento quel che invita
alla tomba orribile di morte atro lamento. Auch hier stürmt die Melodie durch
alle Töne desselben (nach der Grundharmonie, auf der Dominante B, in
Wirklichkeit aber im Sextquintenaccord auf D der Terz) bis bei lamento in Ges
Es.«
    »Gluck braucht ihn eben so in der Alceste (Akt II. Szene 6.) bei den Worten:
Ah già s'avanza il momento fatale.«
    »Als Übergang vom Leiden zum Glück braucht ihn eben dieser Meister zu
Anfang des dritten Akts im Orfeo bei den Worten: Fra poco il nostro cielo, il
nostro sole il mondo di bel nuovo vedrai; und in der zweiten Szene des vierten
Akts der Iphigenia in Tauris, bei der göttlichen Stelle des Orestes: Voilà le
terme heureux de mes longues souffrances.«
    »Er geht in allen seinen Verwechselungen entweder in den Grundton, oder in
eine neue Harmonie über: die Septime in die Terz, und die große Terz in den
Ton.«
    »Den verschiedenen mannigfaltigen Reiz und Ausdruck im Auseinanderbreiten,
oder Zusammenziehen dieses Accordes, und in Bestimmung des Tons, welcher die
Melodie führen, welcher der Harmonie zur Grundlage dienen; ferner, ob die
Dissonanz, welche in allen Umkehrungen dieselbe bleibt, der Stimme oder einem
der süßesten Instrumente gegeben werden; ob sie verborgen, versteckt,
vorüberschlüpfend sein; welcher Ton ausgelassen, welcher verdoppelt werden soll:
alles dieses muss der Tonkünstler in seinem Herzen und gutem Gehör fühlen; so wie
auch alle Verzierung des Accords.«
    »Jeder
