 Eiderdunen an -, auf dem
Krankenbette; sein ödes Auge ruhte oft auf der Stubentüre, ob sie kein Gustav
öffne, ob nicht der Tod in der Gestalt einer Freude, einer Aussöhnung eintrete
und die Blume seines Lebens mit einem Liebe-Druck gelinde niederlege; - aber
Gustav lag von seiner Seite auf einem Zauberbette, an das ihn ein besserer Gott
als Vulkan mit unsichtbaren Kettchen heftete; kaum regen konnt' er sich unter
seinem Drahtgeflecht.
    Am Morgen, wo er sich vorbereitete, der Residentin das Porträt und die
Visite zu machen, zündete Oefel um ihn eine Menge Raketen des Witzes an und
gestand ihm mit der Zufriedenheit, mit welcher ein Belletrist stets die Armut an
leiblichen Gütern und die schwerere an geistigen, an Verstand etc., erträgt, so
viel geradezu, er habe an Gustav die Neigung zur - Residentin vielleicht eher
entdeckt als beide Interessenten selbst. Jede Gustavische Verneinung war ein
neues Blatt in seinen Lorbeerkranz. »Ich will aufrichtiger sein«, sagt' er; »ich
will mein eigener Verräter werden, weil ich keinen fremden habe. Im Zimmer, wo
Sie einen Altar haben, steht einer für mich; es ist ein Panteon1; Sie knien
mehr vor einem Gott als einer Göttin - ich aber finde da meine Venus (Beata).
Ihr mangelt zu einer Mediceischen nichts als die - Stellung; ich weiß aber
nicht, welche Hand ich ihr dann in dieser Stellung küssen würde.« ... Vor
Gustavs reiner Seele flog zum Glück dieser Klumpe von boue de Paris vorbei, in
die an Höfen sogar gute Menschen ohne Bedenken treten; selber Schriftstellern
aus dieser Zone hängt dieser Schmutz noch an.
    Ihm gefiel an Beaten (und an jedem Mädchen) nichts als dieses, dass er, wie
er dachte, ihr gefalle; er würde die fünfhundert Millionen Weiber auf der Erde
alle lieben, wenn er ihnen allen gefiele, er wieder keine einzige, wenn er
keiner einzigen. Er erzählte jetzt dem Gustav, durch welches Fenster er im
Winterhaus von Beatens Herzen ihre Liebe zu ihm habe blühen sehen. Außer einem
gewissen Tropf, den ich in Leipzig gekannt, und außer einer Katze, die neun
Leben hat, hatte kein Mensch mehre Leben als er - er büsste eines ein: sogleich
hatt' er wieder ein frisches, ich meine, er hatte mehr Ohnmachten als ein andrer
Einfälle. Einen solchen Vexier-Selbstmord konnt' er begehen, wenn er wollte und
wenn er ihn in seinen Dramen so nötig hatte als ein rührender Teaterdichter; am
häufigsten aber taten er und der Tropf in Leipzig sich diesen Tod in effigie an,
wenn sie unter einem Bündel Frauenzimmer das herauszuvisitieren hatten, das in
sie am verliebtesten war. Denn sie unterschieden,
