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es in meinem Herzen. Sollten Türken mehr als Christen wissen, was man damit
machen soll? Führten nicht viele von unserer Familie alttestamentliche Namen:
Adam, Sem, Ham, Japhet -? Sollte der Adel nicht den heiligen Reliquien des
Apollo, den Ruinen Roms und Griechenlands die Wage halten? - Hat die Natur nicht
selbst den Adel erschaffen und erhält sie ihn nicht noch? Menschen sind geborene
Edelleute auf Erden durch Verstand und Willen. Vielleicht gibt es solche
Edelleute nicht mehr im ganzen Weltall; und wenn Verstand und Wille sie unter
allen Geschöpfen, von denen sie äußerlich so viel ähnliches haben, zu Edelleuten
macht - warum sollten nicht durch vergrösserten Verstand, durch veredelten Willen
es auch Menschen unter Menschen sein? Sind nicht Edelleute die Offiziere unter
den Menschen? Und wenn es erst auf die Wahl ankommen soll, wer als Klügerer und
Besserer ein Edelmann sei, so stirbt das meiste Gute unter den Händen, so ist
ewiger Streit und gewiss noch größerer Jammer und größeres Elend unter den
Sterblichen als jetzt. Ohne Autorität und ohne dass man die Knoten auf Erden
entzweischlägt, bleiben sie ungelöst in Ewigkeit. - Wie viele Neposwollams
werden der Edelmannswahl den Weg vertreten! Und kommt Verstand vor Jahren?
Begeht nicht auch der Klügste und Beste so viele dumme Streiche, dass kein Mensch
in der Welt (ausgenommen der heilige Vater, der von der dreifachen Krone seines
Hauptes bis auf die Pantoffel seiner Füße sich zu einer Ausnahme erhebt) Selige
und Heilige machen oder entschatten kann? Dass sich Gott erbarme! Die Menschen
sind alle zu gleichen Trübsalen und Ungemächlichkeit berufen; allein wahrlich
zur Standesgleichheit sind wir nicht da. - Ist nicht jeder Hausvater der
Edelmann in seinem Hause? ist er es bloß gegen sein Gesinde oder auch gegen Weib
und Kind? Ist Herr und Edelmann nicht Eins? und würden wir mit der Zeit nicht
Gott den Herrn selbst verlieren, wenn wir alle Herrschaft vertilgen und
allgemeine Gleichheit einführen wollten? - Ach, Freund! in Republiken gibt es so
gut Könige, wie in Monarchien - und sie werden bleiben, wenn auch alle
Namenkönige auf Erden aufhören sollten. Die heimlichen Jesuiten sind ärger als
die öffentlichen, und die heimlichen Könige verhalten sich ebenso gegen die,
welche bloß so heißen. - Die Gleichheit der Stände ist der Natur des Menschen,
den Staatsverfassungen, den größeren und geringeren Geistes- und Leibeskräften
einzelner Menschen, der Erfahrung und kurz und gut - der menschlichen Vernunft
entgegen. Es gibt der Menschen zu viel, und das Eigentum so vieler unter ihnen
ist so verschieden und so beträchtlich geworden, dass es Unterschiede geben muss.
Kasten nicht, aber Unterschiede, die so allmählig unter einander verschmelzen,
dass alles wie Ein Stück aussieht. Also kein Erb-
