 werden. Wenn der Gastvetter das
Missverständnis zu heben zu schwer findet, legt es Johannes bei. - Mit allem und
mit unserm Zeitalter besonders ist er zufrieden, wenn er gleich an ihm die gar
zu große Vorschnelligkeit, die Vor- und Eigenliebe zum Praktischen, zum
unmittelbar Nützlichen oder Angenehmen tadelt und mit ihm nicht übereinstimmt,
dass es nichts pflanzen und begiessen will, wovon es nicht auch höchsteigenhändig
Früchte bricht und genießt. - Der Ritter ist sein anderes Ich. - In puncto
puncti hält sich der Ritter zwischen Dichtern und Dogmatikern. Er ist ein
Kritiker und wird, will's Gott! nichts als absolute Wahrheit anerkennen, was
höchstens relativ zugegeben werden könnte. - Die Gesellschaft, in der er sich
befindet, ist ihm eine Loge zum hohen Licht. - Wahrlich! man wandelt im Lichte
in Rosental. - Physik, Chemie und Astronomie, die Johannes bei ihm auffrischt,
lassen den Ritter nie sinken. - Wenn der Gastvetter auf neue Nahrungszweige für
die Vernunft fast zu mühsam ausgeht und ihr überall Erwerb verschaffen will,
leistet er gern Gesellschaft und scheut den Weg nicht, nur glaubt er nicht, wie
sein Schwiegervater, dass aus diesem Wege neue Naturgesetze zu entdecken sein
werden. - In vielen Stücken ist er mir lieber als der Gastvetter. Doch wer ist
es, der in der Rosental'schen Gruppe nicht an seiner Stelle und wert wäre -
Mensch zu sein? - Jüngst zog ein Maler die Rosental'sche Straße und der
Engländer wollte durchaus das Ebenbild seiner Seelengeliebten, die gewiss nicht
auf Stellungen denken durfte, um sich malen zu lassen. Es ward dem Künstler
nicht schwer, sie bei einer edlen Handlung zu beobachten. Nicht allerliebst,
wahr! ruft alles, was dieses edle Weib im Bilde sieht. - In der Tat, ein
belohnendes Gewissen legt die höchste Erhabenheit und Schönheit in die
Physiognomie. - Was ist affektirtes Lächeln und gezwungene Zärtlichkeit dagegen?
- Der Engländer, entzückt über Sophiens Ebenbild, erlaubte mir gern eine
Abschrift davon. Ihm gebührt der Dank, dass ich meiner Leserwelt Sophien so
treulich darstellen kann. Dieser sonderbare Mann hat sich unweit Rosental
niedergelassen - und durch ein Testament
                                    §. 183.
                                 das junge Paar
zu Erben eingesetzt. - Das junge Paar? Allerdings, in dem Sinne der goldnen
Zeit, wo immerwährender Frühling die Erde beglückt. - Warum ich Verlobung und
Hochzeit übergangen? - Weil Moses sie in seiner Geschichte des paradiesischen
Paares überging. Mit der Hochzeitrede, einer Geduldsprobe, die dem Meisterstücke
in Lebensgröße nichts nachgibt, kann ich jedem, der zu Meisterstücken in
Lebensgröße Luft hat, aufwarten. - - Etwas spät! denn unsere junge Ritterin hat
ihrem Gemahl schon zwei Söhne geschenkt, die so, wie die künftigen
