 im
fünfundzwanzigsten Jahre an Entkräftung sterben und die menschliche Natur wegen
dieses zu kurz beschränkten Lebensziels einer Ungerechtigkeit, wiewohl höchst
ungerecht, anklagen. Man will zwar, dass die Seelen an den Freuden des Tisches
einen wesentlichen Anteil nehmen; allein man irret, und es ist Materialismus,
wenn man behauptet, dass Geist und Körper zu gleicher Zeit genießen können.
Tischfreuden und Tischfreunde gehören zu Einer Klasse, und man versieht den
Pythagoras nicht, wenn man sich an seiner heiligen Diätetik den Kopf stößt. Auf
die Bohnenentaltung konnte es ein Mann, der in der Geometrie Meister war,
wahrlich nicht anlegen. Es ist nicht ohne Grund, dass er selbst Bohnen gegessen.
Der hohe Sinn seiner Diätetik und aller seiner ächten Schüler und Nachfolger
ist: Die Seele dem Körper zu entziehen, und ja nicht sich einzubilden, dass man
durch Wein und Kaffee begeistert und zum ächten Arbeiten vorbereitet werde. Wein
und Kaffee, und alle jene geistberauschenden Getränke schwächen den Geist mehr,
als dass sie ihn stärken. Glaube, Sohn! unsere Vorbereitungen, so besonders du
sie finden wirst, führen so sehr zum Zweck, wie alles, was bloß den Körper
angeht, jenem Zweck entgegen ist. Die Bildersprache unserer Dichter, und selbst
unserer Propheten, wodurch sie dem Fassungsvermögen der sinnlichen Menschen auf
dem halben Wege zu Hilfe kommen wollen, hat viel Schuld an allem, und besonders
an diesem Aberglauben. Ambrosia und Nektar, die schönen Diners und Soupers mit
Abraham, Isaak und Jakob, und das große Abendmahl haben, ob sie gleich nichts
mehr als wahre Schaubrode sind, mehr Schaden getan, als man glauben sollte; und
alles Übel, das in der Welt geschah, begann bei der Tafel, oder kräftigte und
gründete sich hier, oder ward hier vollbracht. - Die Köche in unserm Orden sind
unsere Ärzte; und so lange diese beiden Geschäfte, Küche und Laboratorium,
nicht eins und dasselbe werden, was ist von dem menschlichen Wohlbefinden zu
erwarten? Pythagoras war kein Weinverfolger; aber er verfolgte die Unmässigkeit.
Honig und Früchte und Pflanzenreich waren hinreichend, ihn zu befriedigen; doch
gab es auch unter seinen Schülern Klassen, die an mehr oder weniger strenge Diät
gebunden waren. Genug für jetzt! - Siehe selbst diese Unterhaltung als eine
Überwindung des Bedürfnisses an; sie hielt dich vom Schlaf ab, dessen du
bedarfst. Hier sprach der Alte einen Segen und entfernte sich.
    Obgleich dem Ritter so viel in Kreuz und Quer durch den Kopf ging, so wirkte
doch Gebet und Segen dieses Neunzigjährigen so viel, dass er den Augenblick, da
der Alte das Schlafgemach verließ, so fest einschlief, dass er bemerkt, nie in
seinem ganzen Leben so vortrefflich und so in einem Stück geschlafen zu haben.
Beim
