
Schimmerlichte sah, an einer Höhle, die man ihm hinabzusteigen gebot. Es schien
ihm ein Abgrund; und doch stieg er getrost und fühlte endlich Boden. Ein alter
ehrwürdiger Greis, mit schneeweissem Haar, hielt ihm eine kleine Laterne mit der
Rechten vors Gesicht. Er fragte ihn, indem er mit der Linken noch eine tiefere
Höhle zeigte: Ja? oder Nein? Auf die entschlossene Antwort: Ja, gab er ihm die
Laterne mit den Worten: Nimm hin, suche Menschen! Glaubst du, sie zu finden?
»Ich glaube,« antwortete der Ritter. Dein Glaube helfe dir, sagte der Alte; gehe
hin in Frieden und Gott behüte deinen Eingang und Ausgang von nun an bis in
Ewigkeit! - Bei diesen Worten verschwand der Alte, indem neben an die Erde sich
auftat und das letzte Wort Ewigkeit dem Ritter schon wie ein Echo vorkam. Der
Ritter stieg wieder getrost eine Menge Stufen hinab, bis er an eine eiserne Tür
kam, die sich von selbst auftat. Hier schwankte die Erde, auf der er stand; ihm
war, als hörte er Meereswogen und Stürme heulen. Blitz und Donner brachten seine
Sinne in Unordnung, und eine hohle, dumpfe Stimme erscholl: Ziehe aus deine
Schuhe, denn diese Stätte ist heilig! Die Bewegung der Erde machte, dass er
unwillkürlich sank; und als ihm etwas wie ins Ohr raunte, ohne dass er das
mindeste sah: Was suchst du? und er geantwortet hatte: Menschen, so vernahm er
in höchst unharmonischen Stimmen fragweise: Unter Geistern? Eben da, erwiderte
der Ritter, weil Eldorado oben oder unten ist. »Was willst du von Geistern
lernen?« (wieder eine unharmonische Stimme). Leben und sterben. (Ein höhnisches
Gelächter ließ sich hören.) »Was nennst du leben?« Eine von den Flecken der
Unwissenheit und des Lasters gereinigte Seele dem Geiste der Geister darbringen,
näher wissen, was Gott ist und was ich bin, um durch diese Kenntnis zur
vollkommenen Tugend zu gelangen, bei einem unsträflichen Wandel bloß mit meinem
Leibe auf Erden und mit meiner Seele im Himmel sein, mich in Gemeinschaft Gottes
fühlen und mit Geistern wie mit Freunden umgehen. Das Toben der Elemente legte
sich abwechselnd. Jetzt war es ganz still und der Ritter konnte durch die
Diogenische Laterne, welche er in der Hand hielt, in tiefer Ferne eine angenehme
Dämmerung erblicken, ohne die Wesen näher zu erreichen, die zuweilen
stimmenreich und zuweilen durch ein einziges Organ mit ihm sprachen.
    Bist du vorbereitet? hieß es. Er erwiderte: Ich bin es. »Was nennst du
vorbereitet?« Frei im Gewissen sein und seinen Körper durch Fasten heiligen, um
ihn zum Mitgenusse geistiger Seligkeit fähig
