. Wer in seinem Beruf sein
Leben verliert, erhält es für eine bessere Welt; und wer nicht Pilger und Bürger
zu sein, unter Menschen zu Hause zu gehören, und unter Menschen ein Fremdling zu
bleiben versteht, verkennt seine diesseitige und jenseitige Bestimmung. Zeno von
Citium, der ein Rheder war, hörte von dem Verluste seines unaffecurirten
Schiffes; und wie glücklich machte ihn dies Unglück! Er ward aus einem Rheder
ein Philosoph. - Von Helden, die nicht für Grillen ihres durchlauchtigsten
Befehlshabers, sondern für ihr Vaterland das Leben ließ, heißt es im Geist und
in der Wahrheit: Sie sind geblieben! geblieben im ehrenvollen Beruf, geblieben
im ewigen Andenken der Ihrigen. - Auch wir, Michael, wenn es die Vorsehung will,
die alles wohl macht, dass wir in der Lehre bleiben; Sophie und ihre Zofe, meine
Mutter und die Nachbarschaft, Johannes und noch viel andere Freunde und
Freundinnen - werden sie uns vergessen? Werden wir nicht bleiben in ihrem
Andenken im Segen? - Die bittersten Spötter könnten auf unsere Leichensteine
nichts mehr schreiben, als: Sie glaubten Eldorado schon auf Erden zu finden, und
Eldorado ist unter der Erde! - Ach! Michael, ich habe Stunden, wo ich die
Wahrheit lebhaft empfinde; nur oben ober unten ist Eldorado. Ihre Worte des
Todes, gnädiger Herr, sagte Michael, sind mir Worte des Lebens, und es fehlt
nicht viel, dass ich mich stark genug fühle, mit dem Apostel (der zu einer andern
Zeit überkleidet zu werden wünschte) zu sagen: Ich habe Luft abzuscheiden. -
Doch ist der Laurer gleich einem Diebe zu meiden; jener bringt uns um uns
selbst, dieser um Sachen. Was hilfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt
gewönne, und nähme Schaden an seiner Seele? Ew. Gnaden besitzen so viel
Seelenglück, dass Sie mit den Gebietern der wunderbaren Höhle sich weislich
werden einverstanden haben. Einverstanden, griff der Ritter ein; ich bin
gesichert durch Unterpfand. Seit der Berufung zu diesem großen Werke geleitet
mich ein Geist, der auch jetzt mitten unter uns ist.
    Den Ew. Gnaden sehen?
    Den ich nicht sehe.
    Doch sehen werden?
    Von Angesicht zu Angesicht.
    Bei meiner armen Seele! ich wünschte lieber heut als morgen.
    War sein Einfluss auf unserer wunderbaren Wallfahrt im unerklärbaren
Zuvorkommen nicht handgreiflich? Leitet nicht schon in dieser Welt der Weise
alles? Verehrt man ihn nicht doppelt, wenn er einem andern den Schein und die
Sichtbarkeit abtritt - und durch ihn die Honneurs machen lässt?
    Diese Spuren jener Leitung durch unerklärbares Zuvorkommen konnte Michael,
der an sich sehr geistergläubig war, nicht leugnen. Sein letzter Einwand: es sei
schwer zu fassen, dass Menschen durch
