 etwas zu sagen, was er selbst nicht wusste. - Lassen
Sie mich, sagte der Ritter, Ihre sieben Dämmerungen mit drei Ermahnungen
erwidern.
    Die erste war sein Freund zu bleiben ewiglich. - Mit Hand und Mund verheißen
(ich stehe fürs Ja!). Die zweite sich wo möglich durch keine Bedienung im
monarchischen Staat die Hände und den Kopf binden zu lassen; - in Freistaaten
ists vielleicht anders, vielleicht auch nicht; wo gibt's außer Eldorado, das
oben oder unten ist, einen wahren Freistaat? Nur Menschen, die ihre Bestimmung
verkennen und den erhabensten Beruf Menschen zu sein nicht überblickt haben,
können nach Stellen trachten, bei denen sie nicht von der Stelle kommen. -
Verzeihen Sie mir dieses Wortspiel, das mit der Wahrheit, wie oft der Fall ist,
so richtig zusammen trifft. Wer von andern für seinen Kopf und sein Herz
Gegenstände sich vorlegen oder zuweisen lässt; wer einer Aufforderung, eines
Pönalanstosses und einer Direktoranweisung bedarf, geschäftig zu sein; wer sich
ohne bestimmte Berufsarbeiten und Amtspflichten nicht zu lenken und zu richten
weiß, ist und bleibt wo nicht noch weniger, doch ein Subalternkopf, ein
Kanzellist; wogegen der Zwanglose, sich selbst Überlassene sich am nützlichsten
und einflussreichsten beschäftigt, wenn der Präsident ihm die Sache nicht
zugeschrieben hat, wenn er sie selbst wählte und wenn er sich von aller
pünktlichen Notwendigkeit entfesselt glaubt. - Tue das, so wirst du leben! -
Johannes war längstens überzeugt, dass ein Unbeamteter oft Geschäfte von dem
größten und wichtigsten Umfange treibe. Wenn panische Furcht und sklavische
Pflicht benutzen, regieren heißt, so haben die Regierungsofficianten wahrlich
keine sonderlich freie Aussicht, vielmehr führen sie ihre Aemter in Ketten und
Banden ihr Lebenlang, ohne je auf Gelbstgefühl, das Kleinod edler Seelen, und
Nachruhm Anspruch machen zu können, welcher uns zu Erben der Ewigkeit macht.
Gibt's indes, fügte Johannes hinzu, nicht auch in Aemtern Gelegenheit, an Gottes
Reich und seiner Gerechtigkeit zu arbeiten? und wo nicht mehr, doch Abderiaden
abzuwenden und so manches im Staat ein Ende gewinnen zu lassen, dass man es könne
ertragen? Die Philosophie des Lebens lernt sich im Amte am ersten und besten.
Muss man nicht, fuhr er fort mit einer Träne im Auge, unglücklich sein, um sich
von der Richtigkeit gewisser Grundwahrheiten zu überzeugen? Sind die Menschen
nicht ohne Vorgesetzte träge? Und zugegeben, dass der Stempel des ausgezeichneten
Kopfs Tätigkeit und der größte Beweis der Kraft Kraftanwendung ist, würde nicht
jeder Staat einen so unfehlbaren als fraudulösen Bankerott machen, wenn er ohne
Wirt rechnen und auf Zwangsmittel Verzicht leisten wollte? Glück und Ruhe geben
Ehre, doch beschränken sie oft die Erkenntnis, wogegen Unglück uns für Unglück
entschädigt, wenn
