 Schleichwegen, den Schlüssel zu
Kabinetsgeheimnissen der Natur finden, um von der Geister- und Körperwelt auf
einmal Meister zu werden, ist ein Sprung, den die Natur nicht begünstigt: sie
springt uns nicht vor! - Im Stillen treibt sie ihr großes Werk, langsam, doch
sicher, kommt sie zum Ziele. Alles muss ein Kind der Zeit sein und von jedem kann
es heißen, seine Stunde ist noch nicht gekommen. Viel (ich sage nicht zu viel),
das Meiste muss misslingen, weil das, was werden soll, sonst nicht gut, bauerhaft
und bleibend sein würde. Es muss alle Stufen des Drucks durchlaufen, um
abgehärtet zu werden. Ohne diese Weisheitsregel verliert man das Meiste; man hat
nicht Zeit, die reiche Ausbeute unterzubringen. Anstrengung des Glaubens,
Imaginationserhitzung, können Seelenappetit erregen (so gibt's Dinge, die
Liebesappetit machen); dies Machwerk indes, ist es für die Dauer? - Personen,
die nicht schreiben können, helfen sich zwar mit drei  aus; denkende Menschen
indes missbrauchen den Orden nicht, um ungesäet zu ernten. - Mit einem Paar
scharfsinniger Ideen, mit viel Phantasie, mit excentrischen Entwürfen, - man
rechne immer guten Willen dazu - lehrt man die Welt nicht um; - doch wirken
Männer von Verstand und Willen auf Zeitgenossen und Nachwelt allmählig. Sucht
man nicht oft Geld und findet Porcellan? Auch gut. Wenn nicht militärische oder
klösterliche Disziplin (beide sind Kinder eines Vaters) eingeschlagen wich,
ist's möglich, bei einem großen Haufen und auf einerlei Weise, Gutes zu bewirken
und zu erhalten? Die Welt fing mit Einem Paar an. - Es gab nur zwölf Jünger. -
Kluge, einsichtsvolle Männer, gekitzelt von der Idee, sich mit etwas Höherem,
als andere Menschen, abzugeben, können wohl Porcellan finden, wenn sie Gold
suchen: - aber -
                           Die sechste Vorbereitung.
    Was hilft die Kultur des Verstandes, wenn der Wille nachbleibt? - Was
hilft's dem Menschen, wenn er mit seinem Verstande die ganze Welt gewönne und
nähme Schaden an seiner Seele? Es gibt zwei Pforten zum Willen. Eine hoch und
breit für viele, die andere schmal und enge, und nur wenige gehen hier ein zu
ihres Herzens Freude. Geboren mit dem Triebe nach Glückseligkeit (nach frischer
Seelenlust), wird der Mensch dennoch nur, durch Achtung fürs Gesetz, zur
Moralität und Tugend bestimmt. Da nicht in äußerlichen Verhältnissen, sondern im
innern Zustande das Wesen der Glückseligkeit liegt, könnte man nicht beide
Verfahrungsarten des Willens vereinigen? - Durch Laster kann man nicht
glücklich, durch Tugend kann man nicht unglücklich werden. - Niemand steigt
durch Laster, niemand fällt durch Tugend. - Der Maurerorden verbindet den
