
                            Die dritte Vorbereitung.
    Der Hunger und Durst nach Geheimnissen liegt in der Natur des Menschen. Lässt
er sich nicht, außer dem uns eingepflanzten Triebe, unsere Kenntnisse und
Glückseligkeit zu verstärken, auch aus dem Hange zum Eigentum erklären, welches
andere ausschliesst? Da die Menschen, vermöge der Geheimnisse und durch sie, in
Modificationen erscheinen, worüber die Geschichte der Menschheit bis jetzt ein
tiefes Stillschweigen beobachtet hat; wär' es nicht ein nützliches Unternehmen,
die Menschen von dieser Seite, die noch wenig oder gar nicht berührt worden, zu
entschatten? Man würde eine neue Welt in der alten entdecken, und wenn das Glück
gut ist, den Menschen vermögen, alle Geheimnisse, von welcher Art sie sein
mögen, aufzugeben, damit er nicht sorge für den andern Morgen. Hat nicht ein
jeglicher Tag seine eigene Plage? Es gibt Menschen, welche die christliche
Religion ihrer Wunder halber ehren; andere, die ohne Zweifel ihr lieber sein
werden, ehren sie dieser Wunder ungeachtet. - Die Alten sahen die Einweihung in
die Mysterien als eine Wiedergeburt und einen Übergang aus einem tierischen in
ein geistiges Leben an; und auch in unsern Tagen tut das Mittel der
vermeintlichen Wiedergeburt Wunderkuren: - man ist wirklich besser, wenn man
sich fest überredet, es zu sein. Kranke aus Einbildung (gibt's deren nicht mehr,
als man glauben sollte?) genesen durch den nachdrücklichen Befehl, zu glauben,
sie seien gesund, oder durch die feste Versicherung des Arztes, sie wären
hergestellt, oft in dem Augenblick, da sie Gesetz oder Evangelium hören. Es gibt
Mittel, des Menschen gute Säfte auf einmal zu zerstören - Gifte: gibt's aber
Mittel die Säfte des Menschen auf einmal zu verbessern? Vielleicht, - vielleicht
auch nicht. Das Wiedergeburtsmittel kann im Moralischen Dienste leisten, ein
Universale ist's nicht. Gibt's deren? Der Glaube an sich selbst, das Zutrauen
zur menschlichen Natur und zur Menschheit wirkt mehr als man denken sollte.
                            Die vierte Vorbereitung.
    Der Mensch ist zur Koexistenz berufen; seine Kräfte können nur durch
coexistirenden Widerstand in Handlungen sich offenbaren. Alles an einer Schnur
ziehen, heißt ein Marionettenspiel aus dem menschlichen Geschlecht machen. -
Ganz einerlei muss nichts werden. - Eine Heerde und Ein Hirte ist ein Hieroglyph
von sehr tiefer Deutung. - Wo keine Opposition ist, da gibt's auch keinen
Gegenstand von Wichtigkeit. - Das Reiben von Köpfen an Köpfe bewahrt vor
Einseitigkeit, die leicht in Stumpfsinn übertritt. Einsames Nachdenken ist darum
oft schädlich. Hier hält man gemeinhin für evident, was andern so nicht
vorkommt. Zur Theorie taugt die Einsamkeit, - die indes nur dann erst gilt, wenn
sie auf dem Probirstein Erfahrung bewährt befunden wird
