 wenn er es nicht ist! -
keinen Anspruch. - So lange der Reichgewordene lebt? - Auch nach seinem Tode;
wem kommt es wohl natürlicher zu, als seinen Kindern? und wieviel Triebfedern
würden wir lähmen, falls der Staat hier als Universalerbe eintreten wollte, und
wenn die Rechte über Eigentum geschmälert würden! - Freiheit ohne Eigentum ist
tönend Erz und klingende Schelle. In Barbarei würden wir sinken, ohne dass je
Hoffnung wäre, die Menschen noch so weit zu bringen, als sie schon gebracht
sind, falls Eigentum seinen Wert, den man Kraft und Stärke nennen kann,
verlöre. Ist der Erbabel ein Übel, so ist er fast ein notwendiges. - Der erste
ist nicht immer der beste. Doch würde er es in der Regel sein, wenn man
aufhörte, Adelsbriefe feil zu halten. Sich den Adel kaufen, ist fast eben so
viel, als wenn man einen Unschuldigen hängen oder ins Zuchthaus setzen wollte. -
Wie denn das? - Adel ist die einzige Belohnung, die der Staat hat, soll er denn
nur strafen? - Ei! Aemter und Würden? - Sind das Belohnungen? Man geht beim Amte
so in die Lehre, wie bei einem Handwerk, wird so examinirt, macht so ein
Meisterstück, wie beim Handwerk; kurz es ist eben so, wie beim Meister und
Bürger: - man lernt im Amte dem Amte gewachsen sein. Wen würdest du in
Nordamerika aufsuchen? Franklin und Washington? Und wenn der letztere, so wie
der erstere, nicht mehr im Lande der Lebendigen ist, wirst du nicht nach ihren
Kindern fragen? werden dich nicht schon die Namen Washington und Franklin
interessieren? Schon der Vorname deiner Geliebten, deines Weibes, deiner
Schwester hat eine magnetische Kraft. - - Ein großes Vorbild fordert zu
ähnlicher Größe auf. Wie die Alten sungen, versuchen es die Jungen. - Und wenn
Verstand und Tugend persönlich adeln - wer sollen die Herren im Obervernunfts-
und Tugendcollegio sein, die das persönliche Adelsdiplom erteilen? Wissen wir
denn nichts wie es in Wahlkönigreichen, wie es mit Papstwahlen, mit
Parlamentswahlen und mit allen Wahlen geht? - Wird das Geld nicht in seine
jetzigen Rechte treten, und wo nicht mehr, doch eben so stark tyrannisiren, wie
jetzt? - Alles abgewogen, ist es so besser als anders; Realadel besser, als bei
seiner Aufhebung bloß Personaladel. Um den erblichen Edelmann zum persönlichen
zu machen, tut man wohl und weise, ihm die Pflicht aufzulegen, Ritter zu
werden. Ritterschaft ist Spornschaft. Das Johanniterkreuz war z.B. ein Sporn,
ohne den wir unseres Orts kein Jerusalem hätten in Rosental, und kein Haus des
Pilatus, und keines des alten ehrlichen Simeons, der
