
von Frankreich so berühmten Kardinals von Rohan Besitzungen, auf welchen jetzt,
im Januar 1792, da ich dies schreibe, das ganze ausgewanderte Frankreich sich
niedergelassen hat, sind kaum groß genug, um einen Antirevolutionsklub darauf zu
halten. Zählen sie aber auf den Beistand der europäischen Mächte, so fürchte
ich, sie werden sich verrechnen. Warum sollten diese Frankreich angreifen? Um
einer Nation die Befugnis streitig zu machen, ihre Regierungsform, mit
unbezweifelter Einstimmung ihres Königs, zu verändern? Um eine Konstitution über
den Haufen zu werfen, die Vernunft, Recht, Treue und Glauben und Frieden mit den
Nachbarn zu Grundpfeilern hat? Dazu sind sie zu gerecht. Um die deutschen
Reichsfürsten, die in den französischen Staaten Güter haben, mit Gewalt in den
Besitz der Rechte zu setzen, welche sie durch die Revolution verloren haben?
Davon würde doch nur dann die Rede sein können, wenn erst alle gütliche Mittel
umsonst wären versucht worden. Es hat sich ja aber die Nation zu einer
Entschädigung erboten; man muss nur ihre Vorschläge gemeinschaftlich anhören; man
muss die ausschweifenden Forderungen der Aristokraten nicht damit vermengen
wollen; man muss nicht vergessen, dass jene Reichsfürsten, solange sie sich bei
der Abhängigkeit von Frankreich wohl zu befinden glaubten, von ihren
französischen Besitzungen dem deutschen Reiche keine Prästanda geleistet,
folglich sich auf gewisse Weise von dem Staatskörper losgerissen haben, dessen
Schutz sie nun auf einmal reklamieren. Sehr wahrscheinlich werden die übrigen
europäischen Mächte der vorsichtigen Politik folgen, welche der weise Leopold
bei dieser Gelegenheit zur Richtschnur nimmt. Sie werden ja wohl auch überlegen,
dass es bei jetzigen Zeiten nicht ratsam sei, mit den Kriegsvölkern, die hie und
da noch zu Hause ein Stückchen Arbeit finden, um Ruhe zu erhalten, in fremde
Länder einzufallen, wo die fatale Freiheitsluft weht, die so leicht ansteckt.
Sie werden überlegen, dass, bei dem ersten Ausbruche des Krieges, die schönen
fruchtbaren deutschen Provinzen, welche unmittelbar an Frankreich grenzen, das
Opfer dieses übereilten Schritts, der Schauplatz grässlicher Verheerungen werden
würden.
    Und das sei denn genug über die französische Revolution! Reden wir jetzt
davon, ob andern europäischen Staatsverfassungen, der Wahrscheinlichkeit nach,
ähnliche Umwälzungen bevorstehen und ob zu vermuten ist, dass die Vorfälle
jenseits des Rheins dazu Anlass geben werden.
 
                               Vierter Abschnitt
                     Welche Staatsverfassung ist die beste
Diese prahlende Überschrift scheint anzukündigen, dass ich, Joseph von Wurmbrand,
mich unterfangen wolle, von Bopfingen aus zu entscheiden, worüber bis jetzt die
größten Staatsmänner noch nicht haben einig werden können, nämlich: welche von
den bekannten Staatsverfassungen das Glück der Völker am kräftigsten befördre.
Allein so übel ist es nicht gemeint; ich hoffe im Gegenteil, die Art, wie ich
diese Frage beantworten werde, soll den Lesern keinen so nachteiligen
