 so wird das
Reich doch darum noch nicht zugrunde gerichtet, solange man nicht den
fruchtbaren Boden, die Industrie, den Handel, die Fabriken und Manufakturen mit
fortreißen kann. Im Grunde ist das Geld doch nur das Repräsentative und nicht
die Sache selbst. Lasst die armen, verführten Flüchtlinge zurückkehren (ihre
schelmischen Aufrührer mögen bleiben, wo sie wollen!), lasset Frieden
hergestellt sein, Treue und Glauben und Kredit wieder Wurzel fassen, die Gesetze
respektiert, Fleiß, guten Mut und Tätigkeit wieder erweckt werden - und
Frankreich im ganzen wird durch alle diese Verwirrungen um nichts ärmer geworden
sein.
    Ob aber wohl Hoffnung da sei, die Ruhe bald wieder hergestellt zu sehen, das
ist unmöglich vorauszusagen; nur das lässt sich ohne Vermessenheit behaupten,
dass, wenn auch, durch eine Gegenrevolution oder auf andre Weise, alles wieder
niedergerissen werden sollte, was die Nationalversammlung aufgebauet hat, die
ganze Verfassung doch nie wieder auf den alten Fuß kommen kann. Die Begriffe von
den Verhältnissen des Volks zu der Regierung haben zu tiefe Wurzel gefasst; so
etwas wieder auszurotten, dazu würde ein großer Zeitraum gehören, währenddessen
Kultur und Aufklärung gänzlich zurückgingen und die Nation wieder in einen
solchen Zustand von Kindheit versetzt würde, in welchem man sich, gegen sein
eigenes Interesse, blindlings führen lässt. Der größere und stärkere Teil der
Nation hat nun einmal die Fesseln abgeschüttelt, hat seine Kräfte kennengelernt
und sich von der Möglichkeit der Ausführung überzeugt. Sie mit Gewalt aufs neue
zu unterjochen, dazu würden sehr große Anstalten erforderlich sein. Das Reich
ist nicht in so schlechtem Verteidigungsstande, die Nationalgarden sind nicht so
schlecht diszipliniert, als uns die Freunde der aristokratischen Partei glauben
machen wollen. Die innern Zwistigkeiten und Gärungen würden sehr wahrscheinlich
aufhören, sobald Frankreich von außen her angegriffen und die Verteidigung des
Vaterlandes der gemeinschaftliche Punkt würde, in welchem sich die lebhafte
französische Regsamkeit konzentrierte. Und wer sollte sie angreifen? Das
Aristokratenhäuflein macht zwar, nach alter französischer Manier, ungemein viel
Lärm, rennt am Rheine durcheinander, wie ein Ameisennest, droht und schimpft
gewaltig; allein es fehlt ihm noch an einigen Kleinigkeiten, um die Sache in
Ausführung zu bringen. Generale, Offiziers, Köche, Friseurs, Wundärzte und
Apotheker, auch Marchands parfumeurs und Marketender sind wirklich da; allein
das macht doch nur den état-major einer französischen Armee aus. Zwar haben sie
auch ein paar hübsche Gardekompanien, zu welchen kürzlich ein teutscher
Reichsfürst seine losgelassnen Karrengefangnen als Rekruten geliefert hat; nur
was man gewöhnlich ein Kriegsheer zu nennen pflegt, das fehlt, nebst allem
Zubehör, als da ist: argent content, Kredit, Festungen, Magazine, ja sogar der
Platz, auf welchem sie sich zuerst formieren könnten; denn des in der Chronik
