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Unsre Mitbürger werden so erzogen, dass sie über zwecklose Torheiten und über
Flitterprunk hinaus sein werden; und da wir alle gleich sind, so fällt die
Hauptursache eines glänzenden Aufwandes, nämlich die Absicht, für einen
vornehmen Mann angesehen zu werden, weg; wir haben ja unter uns keine vornehme
Männer.
    So wie jeder die Freiheit hat, sich zu kleiden, wie er will, und soviel
Aufwand zu machen, als ihm beliebt, so bleibt es auch seiner Willkür überlassen,
sein Haus so zu bauen und auszuzieren, wie es ihn am besten und zierlichsten
dünkt. Weil doch aber wirklich der Geschmack in Verzierungen und dergleichen
sehr viel mehr Einfluss auf die Denkungsart der Menschen hat, als man glauben
sollte, so ist die Obrigkeit jedes Orts bereit, jedem Mitbürger, der sich an sie
wendet, Risse und Zeichnungen nach den edelsten und einfachsten Planen und
Formen zu Gebäuden aller Gattung sowie zu aller Art Hausrat unentgeltlich
mitzuteilen. Auch werden solche Aufrisse von Zeit zu Zeit in Kupfer gestochen
und öffentlich angeschlagen. Die Baumeister, welche der Staat besoldet und die
über die öffentlichen Gebäude die Aufsicht haben, sind angewiesen, den
Mitbürgern mit Rat und Tat beizustehen, und in den öffentlichen Fabriken wird
dafür gesorgt, dass nur nach den einfachsten und edelsten Mustern und Formen
gearbeitet werde.
    Da uns daran gelegen ist, dass unsre Sitten nicht durch Ausländer verderbt
werden, dass man uns nicht fremde Torheiten und Laster von außen herein spediere
und dass nicht eine Menge vorwitziger, müßiger, neugieriger Reisender, welche die
Langeweile aus ihrem Vaterlande jagt, unter uns herumrenne, so sehen wir uns
gezwungen, zu fordern, dass jeder Fremde, der unsre Grenze betritt, sich sogleich
erkläre, was für ein Geschäft er bei uns habe, auch wie lange und in welchen
Gegenden er sich aufzuhalten gedenke. Werden seine Verrichtungen erlaubt und
wichtig genug befunden, so erhält er von der Obrigkeit einen Pass, der nach
diesen Umständen eingerichtet ist. Diesen muss er allerorten in Abyssinien, wohin
er kommt, vorzeigen. Ertappt man ihn auf einem Nebenwege oder in einem
Geschäfte, das er nicht angezeigt hat, oder bleibt er über die bestimmte Zeit,
so wird er sogleich über die Grenze gebracht.
    Der Polizei liegt auch ob, ein wachsames Auge auf die Buchdruckereien zu
halten, das heißt, dafür zu sorgen, dass die Pressfreiheit nicht gemissbraucht
werde. Es ist nämlich im Vorhergehenden gesagt worden, dass jedermann frei und
offen über alle Gegenstände und über alle Personen seine Meinung sagen und
schreiben dürfe und dass er von der Regierung in dem Besitze dieser Freiheit
geschützt werde, dass ihm deswegen von niemand ein Haar gekrümmt werden dürfe,
insofern er die Wahrheit gesagt habe und nicht vom beleidigten Teile dargetan
würde, dass er
