 haben, das liegt uns sehr
am Herzen zu erfahren, und das ist der Inhalt unsrer Landeszeitung. Sie kommt in
der Residenz heraus, und die Materialien dazu liefern, von unten hinauf, alle
Obrigkeiten durch monatliche Berichte; die Zeitung ist gleichsam der
Hauptbericht an das Volk.
    In dieser Zeitung werden auch alle Haupturteilsprüche und verhängte Strafen
bekanntgemacht. Auch werden darin nützliche Bemerkungen und neue Entdeckungen,
zu Verbesserung des Landbaues, zu Erhaltung der Gesundheit etc., der Nation
mitgeteilt. - Dies alles so kurz und deutlich als möglich.
    Die Polizei, in den Städten wie in den Dörfern, sorgt, soviel sie kann, für
die Sicherheit, Freiheit, Ruhe, Gesundheit und Gemächlichkeit der Mitbürger. Zur
Reinhaltung, Sicherheit und Erleuchtung der Straßen, Hinwegschaffung der
Unreinigkeiten durch Kanäle, Austrocknung stehender Sümpfe, Ausbesserung der
Wege, Nachtwachen, Vorkehrungen gegen Feuersgefahr, Löschungsanstalten, und was
dahin gehört, werden die besten Vorkehrungen getroffen.
    In unserm Staate wird niemand geduldet, der nicht irgendein bürgerliches
Geschäft treibt und zu treiben versteht, womit sich Unterhalt erwerben lässt;
eine bloß verzehrende Klasse kennen wir nicht. Ob er übrigens in diesem Berufe
sehr fleißig sei oder ob er nicht mehr Zeit auf Nebendinge, mit denen er sich
lieber beschäftigt, verwendet, darum kann sich die Regierung nicht genau
bekümmern; auch hieße das zu sehr die natürliche Freiheit einschränken. Nur
davon wollen wir gewiss sein, dass, wenn ein solcher einmal durch seine Faulheit
verarmt und nun von dem Staate Hilfe fordert, dieser ihn nicht umsonst zu
füttern brauche, sondern ihn bei irgendeiner Arbeit, die er versteht, anstellen
könne. Leute also, die, ohne andre Geschäfte, bloß von ihren Renten leben,
werden bei uns nicht geduldet, und wollten fremde Müßiggänger von der Art mit
großen Schätzen nach Abyssinien ziehen, so würden wir sie nicht aufnehmen; es
ist uns weniger daran gelegen, sehr reiche als fleißige, tätige Mitbürger zu
haben. Auch bloß spekulierende Gelehrte dulden wir nicht; wir wissen recht gut,
dass die höchste Geisteanstrengung und das emsigste Studium sich vortrefflich mit
einiger nützlicher Tätigkeit im bürgerlichen Leben vereinigen lässt. Derselbe
Fall ist mit Menschen, die sich mit schönen Künsten beschäftigen; ein Maler, ein
Tonkünstler, ein Dichter zu sein, das gilt bei uns für keinen Stand. Wir glauben
nicht daran, dass die Begeisterung, welche den Künstler beleben muss, durch die
Aufmerksamkeit auf die kleinen Details, die bei bürgerlichen Geschäften
vorfallen, verscheucht werde.
    Wir leiden nicht, dass Gaukler, Springer und überhaupt Menschen, die eine
Kunst üben, welche weder der bürgerlichen Gesellschaft nützlich ist, noch
wohltätigen Einfluss auf Kopf oder Herz hat, bei uns ihr Wesen treiben; sie
werden sogleich des Landes verwiesen. Dass
