 nicht in der stolzen Absicht, je der
Gesetzgeber seines Volks zu werden, sondern um seine Gedanken über Gegenstände
zu berichtigen, die der ganzen Menschheit so wichtig wären, und weil er, bei der
fürchterlichen Regierungsverfassung der letztern Zeiten, vorausgesehen hätte,
dass er vielleicht einst seinen lieben Mitbürgern durch guten Rat nützlich werden
könnte. Diesen Plan nun sollte die Nationalversammlung durchgehen, prüfen, die
einzelnen Teile desselben ausarbeiten und dann ihre Gedanken darüber ihren
Kommittenten mitteilen. Dort würden diese Gesetze abermals geprüft, berichtigt
und noch weiter hinunter an die größeren Ausschüsse geschickt und endlich jedem
einzelnen vorgelegt; durch eben diesen Weg kämen sie wieder, verbessert oder
bestätigt, bis an die Quelle, an den Nationalkongress zurück, welcher die
Resultate davon, nach der Mehrheit der Stimmen, als Grundgesetz niederschriebe.
Auf diese Weise würde die neue Konstitution durch die Mehrheit der Stimmen aller
Hausväter aus allen Ständen im ganzen Reiche gegründet werden, und nach
Jahresfrist könne alles in Ordnung sein. Bis dahin wolle er, der Prinz, obgleich
sehr gegen seine Neigung, sich als den König des Landes betrachten, weil das
Nationalkollegium nicht Zeit haben würde, neben der Gesetzgebung sich noch mit
Regierungsangelegenheiten zu befassen. Er wolle dafür sorgen, dass die Geschäfte
einen ordentlichen Gang gingen, nach der Weise, wie es unter seines Vaters
Regierung gewesen sei. Man möge nur nicht den Einwurf machen, ein Jahr sei nicht
hinreichend, ein so großes Werk zustande zu bringen; sobald man über Grundsätze
einig geworden wäre (und das hoffte er bald zu bewirken), würde die weitre
Ausarbeitung nicht viel Zeit wegnehmen; denn die Menge der Gesetze mache ein
Land nicht glücklich, sondern ihre Einfalt, Bestimmtheit und pünktliche
Befolgung. Auch dürfe man nicht einwenden, dass die Prüfung und Beistimmung
aller, auch der wenigen kultivierten Stände weder nützlich noch erforderlich zu
diesem Geschäfte wären. Jeder volljährige Mensch sei kultiviert genug, um über
das zu urteilen, was er tun oder lassen müsse, oder vielmehr, es sei ungerecht,
verlangen zu wollen, dass ein Mann etwas leisten oder unterlassen sollte, wenn
man ihm nicht einmal soviel Verstand zutrauete, einzusehen, warum man dies von
ihm forderte. Menschen im Staate seien ja keine Kinder, welche im Blinden zu
leiten und gegen ihren Willen ihre Handlungen zu lenken andre gewisse Menschen,
und noch obendrein die wenigsten an Menge, das Privilegium haben könnten. Wenn
also der mögliche Fall angenommen werden könnte, dass die größere Anzahl der
Bürger in einem Staate Toren wären, so würde es sehr viel natürlicher sein,
dort, mit Einwilligung aller, törichte Gesetze zu geben, als einigen Klügern
oder sich klüger Dünkenden zu gestatten, jenen mit Gewalt ihre Weisheit
aufzudringen.
    Diese Vorschläge fanden allgemeinen Beifall, wurden niedergeschrieben und
von
