 das, was
den Menschen unterscheidet, weniger sein? Ich hab es lange genug mit den
Menschen und allem dem, was sie ersonnen, versucht, sie haben mich in Staub
getreten; Schatten habe ich für Wahrheit ergriffen, lass mich's nun mit dem
Teufel versuchen!«
    Hier sprang er wild begeistert in den Kreis hinein, und Klagegetön seines
Weibes, seiner Kinder, seines Vaters erschollen in der Ferne: »Ach verloren!
ewig verloren!«
                                       4.
Satan, der Herrscher der Hölle, hatte durch schrecklichen Hörnerschall, der an
der glühenden Scheibe der Sonne widertönte, allen gefallnen Geistern auf der
Ober- und in der Unterwelt kundtun lassen, dass er heute ein großes Freudenfest
geben würde. Die höllischen Geister versammelten sich auf den mächtigen Ruf.
Selbst seine Abgesandten beim päpstlichen Stuhl und den Herrschern Europas
verließen ihren Posten, denn die Einladung ließ etwas Großes und Wichtiges
vermuten. Schon ertönte das ungeheure Gewölbe der Hölle von dem wilden Geschrei
des Pöbels der Geister. Myriaden lagerten sich auf den verbrannten,
unfruchtbaren Boden. Nun traten die Fürsten hervor und geboten Schweigen der
Menge, damit Satan die Berichte seiner Abgesandten der Oberwelt vernehmen
könnte. Die Teufel gehorchten, und eine schaudervolle Stille herrschte durch die
dicke, düstere Finsternis, die nur das Gewinsel der Verdammten unterbrach. Die
Sklaven der Teufel, Schatten, die weder der Seligkeit noch der Verdammnis wert
sind, bereiteten die unzähligen Tische zum Schmaus, und sie verdienen dies Los
der schändlichsten Knechtschaft. Als sie noch in Fleisch und Bein die Früchte
der Erde aßen, waren sie von jener zweideutigen Art, die aller Menschen Freund
sind, ohne es von einem zu sein. Deren Zungen von den herrlichen Lehren der
Tugend plappern, ohne dass ihr Herz sie fühlt. Die das Böse nur darum
unterlassen, weil es Gefahr mit sich führt, und das Gute, weil es Mut und
Verleugnung erfordert. Die mit der Religion wuchern und sie, wie der filzigte
Jude sein Kapital, auf Zinsen legen, in der Meinung, ihren elenden Seelen ein
gutes Behältnis zu sichern. Die Gott aus Furcht anbeten und vor ihm wie Sklaven
zittern. Die Teufel, die wahrlich keine bessere Herren sind als die polnischen,
ungarischen und livländischen Edelleute, reiten sie dafür in der Hölle wacker
herum. Indessen schwitzten ihre Brüder in den höllischen Küchen, das Mahl für
ihre strengen Herren zuzurüsten; ein schreckliches Geschäft für eine Seele, die
einst einen menschlichen Körper durch Frass, Soff und Üppigkeit aufgerieben hat.
Denn obgleich die Teufel weder essen noch trinken, so haben sie den Menschen
doch den Gebrauch abgelernt, jede Feierlichkeit durch Fressen und Saufen
merkwürdig zu machen, und bei solchen Gelegenheiten halten sie ein Seelenmahl.
Der Anführer jeder Legion (denn die
