 Nur von ihm kann ich Schutz erwarten, wenn
du nicht mehr bist, er achtete seiner Mutter, während dieser Kalte mich
vernachlässigte und dem Vater allein schmeichelte, von dem er seine Größe
hoffte. Cäsar fühlt, dass ein Weib wie ich, die einen Helden gebären konnte, ihm
auch den Weg zu unsterblichen Taten vorzuzeichnen weiß. Heitere dich auf,
Roderico, und sei weise; denn wisse nur immer, die Hand des Mörders deines
Lieblings wird von einem solchen kühnen Geist geleitet, die auch des Vaters
nicht schonen würde, wenn er es wagen sollte, den Schleier aufzuheben, der diese
nötige Tat verbirgt.
    PAPST: Dein großer Sinn, Vanosa, erhebt mich, ob er gleich mein Herz
durchschaudert. Francisco ist kalt, und Cäsar lebt, er lebe, sei der
Erstgeborne, werde groß, weil es das Schicksal so haben will.
    Er klingelte, ließ auftischen und war heitern Muts.
    FAUST: Teufel, befreie die Welt von diesem Ungeheuer, oder du sollst die Wut
empfinden, die mir sein Dasein einflößt.
    TEUFEL: Sprichst du abermals Unsinn, die Sprache der Söhne des Staubs?
Vergisst du, wer der Mann ist, wen er bildlich vorstellt? Wer ich bin? Was ich
kann und darf?
    FAUST: Du sollst!
    TEUFEL: Geh und kühle deine Wut in den Armen seiner Tochter und Buhlerin;
freue dich, so nah mit dem verwandt zu sein, der da bindet und löset,
vielleicht, dass dir die Verwandtschaft am Tage der Rechnung nutzet.
                                      14.
Francisco war vergessen, und der Papst sann nun, wie er dem verwegnen Geist
Cäsars einen weitern Schauplatz zur Ausübung seiner gefährlichen Kräfte eröffnen
möchte. Dieser krönte indessen den König von Neapel mit denen von seines Bruders
Blut befleckten Händen, und Friedrich von Neapel zog daraus eine düstere Ahndung,
in welcher er sich auch nicht betrog.
    Der Teufel sorgte dafür, dass Fausten von allem diesem nichts entging, und
dieser sah mit hämischem Lachen alle die Kardinäle, die Gesandten von Spanien
und Venedig dem Brudermörder, den sie alle dafür erkannten, bis an die Tore der
Stadt entgegengehen, ihn darauf von einem großen Konsistorium empfangen und im
Triumph zur Audienz des Papsts begleiten, der ihn mit vieler Zärtlichkeit
empfing.
    Vanosa legte die Trauer ab und feierte den Abend seiner Rückkunft mit einem
Feste, wobei alle Großen Roms erschienen.
    Bald hierauf zog Cäsar den lästigen Kardinalshut aus, vertauschte ihn mit
dem Schwerte und ward mit allem Pracht zum Gonfalonier des päpstlichen Stuhls
geweiht.
    Der Teufel sah mit vielem Vergnügen, wie Faust den Wurm, der an seinem
Herzen zu nagen anfing, durch die wildesten Genüsse zu betäuben suchte. Er sah,
wie jeder schwarze Streich, den er erlebte, sein Herz
