, die Bücher, das gefährliche Spielzeug der
Menschen, die Fortpflanzer des Wahnsinns, der Irrtümer, der Lügen und Greuel,
die Quelle des Stolzes und die Mutter peinlicher Zweifel, auf eine leichte Art
tausend und tausendmal zu vervielfältigen. Bisher waren sie zu kostbar und nur
in den Händen der Reichen, blähten nur diese mit Wahn auf und zogen sie von der
Einfalt und Demut ab, die der Ewige zu ihrem Glück in ihr Herz gelegt hat und
die er von ihnen fordert. Triumph! bald wird sich das gefährliche Gift des
Wissens und Forschens allen Ständen mitteilen! Wahnwitz, Zweifel, Unruhe und
neue Bedürfnisse werden sich ausbreiten, und ich zweifle, ob mein ungeheures
Reich sie alle fassen möge, die sich durch dieses reizende Gift hinrichten
werden. Doch dieses wäre nur ein kleiner Sieg, mein Blick dringt tiefer in die
ferne Zeit, die für uns der Umlauf des Zeigers ist. Die Zeit ist nah, wo die
Gedanken und Meinungen kühner Erneurer und Beekler des Alten durch Fausts
Erfindung um sich greifen werden wie die Pest. Sogenannte Reformatoren des
Himmels und der Erde werden aufstehen, und ihre Lehren werden durch die
Leichtigkeit der Mitteilung bis in die Hütte des Bettlers dringen. Sie werden
wähnen, Gutes zu stiften und den Gegenstand ihres Heils und ihrer Hoffnung vom
falschen Zusatze zu reinigen; aber wenn gelingt dem Menschen das Gute und wie
lange ist er dessen mächtig? die Sünde ist ihnen nicht näher als böse Folgen und
Missbrauch ihren edelsten Bemühungen. Das vielgeliebte Volk des Mächtigen, das er
durch ein uns furchtbares Wunder der Hölle auf immer entreißen wollte, wird über
Meinungen, die keiner begreift, in blutigen Krieg zerfallen und sich zerreißen
wie die wilden Tiere des Waldes. Greuel werden Europa verwüsten, die allen
Wahnsinn übertreffen, den die Menschen von ihrem Beginnen gerast haben. Meine
Hoffnungen scheinen euch zu kühn, ich sehe es an euren zweifelnden Blicken, so
hört denn: Religionskrieg heißt diese neue Wut, wovon die Geschichte der Frevel
und Rasereien der Menschen bisher noch kein Beispiel hat. Aus der uns
furchtbaren Religion sogen ihn die Unsinnigen. Einmal hat er schon gewütet, und
dort heulen die in dem glühenden Pfuhl, die ihn erweckten; aber nun erst wird
der Fanatismus, der wilde Sohn des Hasses und des Aberglaubens, alle Bande der
Natur und der Menschheit gänzlich auflösen. Dem Furchtbaren zu gefallen, wird
der Vater den Sohn, der Sohn den Vater ermorden. Könige werden frohlockend ihre
Hände in das Blut ihrer Untertanen tauchen, den Schwärmern das Schwert
überliefern, ihre Brüder zu Tausenden zu ermorden, weil sie andrer Meinung wie
sie sind. Dann wird sich das Wasser der Ströme in Blut verwandeln, und das
Geschrei der Ermordeten wird selbst die Hölle erschüttern. Wir
