 als ich es wünschen konnte, mit der Bitte vor mich trat,
ihr den vermaledeiten Sonnenhut aufzusetzen, der ihr so hübsch steht.
    So wie die Toilette in Ordnung war, erstiegen, durchliefen, umkletterten wir
nun alles, was uns die Natur in den Weg warf, und sangen, schäkerten und
lachten, als ob uns die ganze Welt gehörte. Auch mein Johann kam gestiegen, eben
da wir beide Kinder versuchten, wer am weitesten in die Ferne blicken könnte, ob
es ein Adler oder eine Krähe sei, die dort am Rande des Himmels ihr Spiel trieb?
- Es war mir recht lieb, dass Johann kam. Ich rief ihm zu, und er nahm herzlichen
Anteil an unserer Freude.
    Du glaubst nicht, wie viel dieser Mensch in meiner Achtung gewonnen hat,
seitdem der enge Kreis, der mich hier umschließt, den Abstand unter uns beinahe
ganz aufgehoben hat. Außer dem Boden, wo er schläft, hat er Einen Aufenthalt mit
mir, die der ganzen Gesellschaft gemeinschaftliche Stube. Es ist der
guterzigste, natürlich gesittetste Mensch, den ich vielleicht aus Berlin hätte
mitnehmen können; und es freut mich recht, dass ich noch in dem zehnten Jahre, da
er mir dient, seine Bekanntschaft gemacht habe.
    Das mag wohl oft der Fall in unserm Stande - und noch weit mehr in der
Klasse der Großen sein. - Wir suchen Freunde - in den Vorsälen - an den
Spieltischen und in unsern vornehmen Gesellschaften - wundern uns, dass wir auch
nicht Eine Seele finden, die unsern Forderungen Genüge tut, indes vielleicht
nahe bei uns, eben das gute Geschöpf, das uns fehlt, hinter unserm Stuhle steht.
- Wie arm haben uns unsere leidigen Verhältnisse gemacht! Wie haben sie den
Gemeinplatz der Zufriedenheit zersplittert, dass jetzt keines mehr von dem
Brocken leben kann, der ihm von dem Ganzen zugefallen ist!
                                                            Den 26sten Dezember.
    Ich sehe mit Zittern den Zeitpunkt sich nähern, der mich von diesen Söhnen
und Töchtern der Natur trennen soll, und nichts freut mich dabei, als dass auch
Johann den Kopf hängt, wenn ich von unserer Abreise spreche. Künftighin soll der
gute Mensch nie anders als neben mir im Wagen sitzen; ja auch, wenn der Mops
noch lebte, sollte er es. Sein Verstand, seine gute Laune, und besonders das
Mitgefühl des frohen Lebens, das ich hier führe, sind mir nützlicher und
notwendiger geworden, als seine armseligen Dienste, die ich im Grunde entbehren
kann.
    Arme Margot! Auch dein empfindsamer Busen hebt sich; auch in deinen Augen
glänzen Tränen der Wehmut; auch an deinem Liebe atmenden Munde regen sich
Zuckungen eines heimlichen Schmerzes, wenn du an unsere Scheidung, an die
Trennung von einem Freunde denkest,
