, und Klio verzinst, schnurgerade der wahren holländischen
Ehre entgegen steigt, reich - eine, wie man es nennt, gute Partie, und zuletzt
wohl gar eine bedeutende Person in der Republik zu werden. Lässt sich's denn
nicht erwarten, dass ein junger spekulativer Kopf auf dem romantischen, immer
offenen Gange nach ihrem Komtor, gelegentlich auf den klugen Gedanken geraten
könne, die schöne Sängerin samt ihrem jungfräulichen Erwerb in das seine zu
verlocken? Er widme, wäre in diesem Falle mein unmassgeblicher Rat, nur sechs -
sieben Abendstunden der Woche zur Erholung nach getaner Arbeit ihrem Besuche,
lege zur Einleitung seines Kaufgeschäfts ihrer Musse erst eine unbedeutende laue,
dann eine wärmere, darauf eine heissere und zuletzt täglich eine immer
brennendere Empfindung nach der andern, ohne die entfernteste Hindeutung auf
Sie, bloß zum Spielwerk ihrer dichterischen Ausbildung vor, und finde keine
hinwelkende Blume, die seine Vorgänger am Tage übrig ließ, am Abend zu teuer,
um sie nicht zu ihrem Andenken nach Hause zu tragen. Das gute Kind, das nichts
gefährlicheres dahinter versteckt glaubt, als woran es, seitdem sie zwei Worte
zusammen reimen kann, gewöhnt ist, wird es, wie eine gereizte Nachtigall, immer
schöner zu machen suchen und macht es immer schöner, bis sich ihre Federn
sträuben und ihr das Herzchen darüber selbst zu pochen anfängt.
    Ach ich müsste mich sehr irren, wenn die sanfte, unmerkliche Verschmelzung
stündlich wachsender männlicher Bassnoten mit melodischem weiblichen Diskant,
nicht zuletzt auf der Tonleiter des Lebens einen Einklang hervorbrächte, der nur
einer mondhellen Nacht bedarf, um in das beredte Flüstern des Verlobungskusses
überzugehen. Alsdann? Nun mein Gott, wäre es alsdann wohl so etwas unerhörtes,
wenn in der Folge der merkantilische Umtrieb der einzelnen Groschen und Taler,
die sie ohne große Mühe und Kosten ersang, ihre Stroh-Körbchen, irdenen Aesche
und Vasen in Tonnen Goldes verwandelte, die freilich einen ganz andern Respekt
einflößen, als alles, was sie uns dermalen noch aus dem Gebiete der Natur
Schönes und Gutes auftischt. Welche frohe Zukunft kann sich diese holländische
Karschin nicht versprechen! wenn sie einst nicht mehr nötig hat, an der
Landstraße auf neugierige Käufer zu lauern - ihnen Rede zu stehen und jeden
schalen Gedanken, den sie auskramen, in Verse umzusetzen, die, ihre heutigen
ausgenommen, noch nie eine Druckerpresse erreicht haben. Dann erst wird sie sich
fühlen und gebieten lernen - ihren eigenen guten Einfällen folgen und, indem sie
mit heiterer Laune den glücklichen Erdstrich segnet, der den Keim ihres Talents
als eine Wunderpflanze in Nahrung setzte, mit mitleidigem Lächeln auf unsere
deutschen Witzkrämer und ihre Ladenhüter herabsehen. Sogar auf der Börse, wo
Apoll und seine Anhänger sonst wenig Kredit haben, werden die vielen Nieten, die
zum
