 und Pflicht
Bewiesner demonstrirt als selten es der braven
Gelehrten einem glückt der vom Katheder spricht,
So schliess aus meiner Ruh, wie vielen Herzensstrafen
Der Schlaukopf sich entzieht, der sein geheim Gericht
Mit einer Dosis Schlaf besticht.
Nur störe mich Dein Genius, im Schlafen
Durch des Verklärten Predigt nicht.
Den Spieler hinter uns, im nächsten Wald, begegne
Ein jung Dryadchen Dir, dem jüngst der Saft gerann,
Der seinen Sprössling nährt. Hier halt die Zügel an,
Sei der Verkümmerten ein zweiter Zevs, und regne
In Gold auf sie herab; doch hüb' ein West etwann
Gewisse heimliche, jetzt ihrem fernen Mann
Nicht halb so gut als Dir gelegne
Kleinodien aus ihrem Kirchenbann;
So wende schnell von da Dein wieherndes Gespann
Und fühl' es, dass bei Gott! der glücklichste Verwegne
Im schlüpfrichsten Roman, den Crebillon ersann,
Sich keines festlichern Genusses rühmen kann,
Als hier der Reisende durch meinen, den Gott segne
Erbaulichen Gedankenstrich - - - gewann.
Hat, weiter nun, Dein Geist im Spalt der Felsenmauer
Die ich Dir jüngst gemalt, die nackte Höh' erklimmt,
Das Ungeheuer ihn, das dort auf meiner Lauer
Den Rachen sperrt und nach dem Abgrund schwimmt,
Zur höheren Poesie gestimmt,
So segne meines Schlummers Dauer
Und schildre fürchterlich den Schauer
Des Schwindels, der Dich übernimmt.
Verfolge die Gefahr bis zu dem schmalsten Rande
Der letzten Kluft, die ins Gesicht Dir gafft!
Ein Wunder rette mich; mal' es so lügenhaft,
Als je auf seiner Fahrt zu Wasser und zu Lande
Ein Robinson - als je auf seiner Pilgerschaft
Ein Mitglied aus der Spielerbande
Der Heiligen, eins aufgerafft.
Durchflechte, Freund, mit Ahndungen und Schrecken,
Ein zweiter Ossian, die Räume der Natur,
Durchdonnre, wenn Du willst, die Flur:
Doch hüte Dich, mich aufzuwecken -
Dies einzige verbitt' ich nur!
Nach allem Ungestüm, den Du in Deiner Runde
Mit Malerlist und Seelenkunde
Erregt, wie wird so wunderschön
Auf diesem schwarzen Hintergrunde
Das Farbenspiel der Abendstunde
Dein bald errungnes Ziel erhöhn!
Sie bring' uns schnell gesund und heiter
Auf nun gebahnterm Weg in das gepriesne Tal.
Jetzt sind wir da; doch ach, wo sind' ich eine Leiter
Aus meinem Phaëton? Wer leuchtet durch den Saal
Mich in mein Kämmerchen und weiter?
Das alles zieh' aus dem Gedankenstrahl,
Der meinem Kiel entfloss, und nun - zum letztenmal
Noch eine Bitte, mein Begleiter!
Sind gleich die Stunden voll, des warmen Abends Rest
Bedarf zur Krone doch noch eine -
Sie schwebe noch, bevor Dein Schutzgeist mich verlässt,
Einher auf dem verbuhlten West,
Mit Düften angefüllt, die er dem Buchenhaine
Zu meinem Schlaftrunk ausgepresst,
Und lock' und treibe sanft das weit
