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Du stehst im größten Wirkungskreise,
Als Sklave, der im Joche prangt -
Beherrscher seiner kurzen Reise
Durchs Leben, dringt der Weise,
Wohin sein Herz verlangt.
Er wägt sein Dasein nur nach Taten,
Nach Pfunden, die sein Geist erringt,
Froh, wenn der Hoffnung seiner Saaten
Auch nur ein Keim geraten,
Der in die Zukunft dringt.
Sei größer noch! Um deine Würde
Vertauscht, selbst auf dem Weg' ins Grab,
Der Staubbewohner einer Hürde
Nicht seines Lebens Bürde,
Nicht seinen Wanderstab.
Denn bald zu höheren Geistesproben
Entrückt den Prüfungen der Zeit,
Schwingt ihn die Hand, die dich erhoben,
Von diesem niederen Globen
In die Unsterblichkeit.
Durch diesen heitern Blick ins Freie
Verliert im Nebel meiner Bahn
Sich keine Stunde mir - ich weihe
Dem Ausgang sie, und reihe
Sie meiner Zukunft an;
Dass, wenn ich einst zu höheren Sphären
Auf deinem Lichtweg übergeh,
Der Fruchtstaub vieler guter Ähren
Noch in dem Tal der Zähren
Um meinen Hügel weh.
    Als meine Harfe verklungen war, und mein begeisterter Blick aus seiner Höhe
zurück auf die Erde fiel, hätte ich gern meine abgestimmten Saiten aufs neue
gespannt, wäre ich nicht zu erschöpft gewesen, um mich mit Hilfe ihrer Harmonie
eben so vogelleicht über den rauen Weg zu schwingen, der in einem Zusammenhange
von Felsenstücken und Bergklüften vor mir lag, als sie mich unvermerkt über
seine erste Hälfte gebracht hatte. Es ärgerte mich, dass mein Führer das stolze
Gefühl meiner Schwungkraft durch eine Bemerkung zu necken suchte, die ziemlich
spöttisch heraus kam. - »Ich sehe dir an,« sagte er, »dass du mit deinem Ausfluge
in das Reich der Ideen nicht übel zufrieden bist. Ich wünsche dir Glück dazu:
nur dünkt mir, du hättest besser getan, ihn auf den schicklichern Zeitpunkt
aufzuschieben, in den wir jetzt eintreten. Erst hier, wo leider der Weg äußerst
schlecht zu werden anfängt, hätte auch deine Verzückung anheben sollen. Hier
würdest du so viel dabei gewinnen, als du auf dem eben zurück gelegten dadurch
verloren hast. Ich kann dir, da ich dich jetzt nicht störe, wohl sagen, dass es
einer der angenehmsten ist, den ich kenne, nicht nur die ungleich bessere Hälfte
des Ganzen, sondern an romantischen Aussichten und lachenden Gegenständen fast
so reich, als das Tal meiner Bastide. Alle diese freundlichen Winke der Natur
sind dir, während deiner Unterhaltung mit der Sonne, entschlüpft. - Es ist,«
fuhr er mit einem philosophischen Seitenblicke fort, »nur zu oft der Fall bei
euch sublimen Leuten, dass ihr eure geistigen und leiblichen Gelüste nicht
haushälterisch genug gegen einander abzuwägen und nach dem jedesmaligen
Stundenbedürfnisse zu verteilen versteht. Ein gen Himmel geschlagenes Auge
nimmt offenbar eine falsche
