, sondern auch lüsterne. Aber ich möchte gern bei Zeiten
nach Aix. - Schicken Sie mir meine Bedienten herauf, und sorgen Sie für das
Anspannen.«
    Ich warf ihm ein Schnippchen nach, und meine Wundergestalt auf einen Stuhl,
sobald er sich mit seinem Künstler getrollt hatte. - »So darf man,« sagte ich
mit höhnischem Verdrusse, »nur eine Torheit in der Welt begehen, oder dem
dummen Haufen ein Blendwerk vormachen, wenn man wünscht sich modelirt, gemalt
oder in Kupfer gestochen zu sehen, den Kirchen, den Wirtshäusern, den
Büchersälen zum Schilde zu dienen. Da forschen denn Zeitgenossen und Nachkommen
nach dem Ausdruck unsers Geistes - denken, so muss ein großes Genie aussehen,
und, um der Larve ihres Vorbildes gleich zu werden, verzerren sie ihre eigenen.
Nein, bei Gott! so ein Affengeschlecht als wir Menschen sind! - Und du,« - fuhr
ich in meiner Galle gegen das Trio fort, das herein trat, »du Bastian -
abergläubischer, dummer Kerl, und ihr beiden elenden Puppenspieler - was zum
Teufel gehen euch meine Wunder an? Wenn euch nach der Ehre gelüstet, einem
Heiligen zu dienen, so sucht euch einen; denn wahrlich euer Unverstand allein
wird mich nicht dazu machen. Erwähnt einer von euch das vermaledeite Avignon
noch mit einer Sylbe, so sind wir geschiedene Leute. Ich will dieses Nest
durchaus vergessen, und mich nicht bei jedem Bissen Brod und von jedem Esel
daran erinnern lassen. Das ist mein letzter Bescheid!«
    Sie standen so einfältig und niedergebeugt vor mir, wie Ladendiener vor
ihrem Handelsherrn in dem kritischen Augenblicke, wo er ihnen seinen Bankerot
ankündiget. Ich sah es ihnen an, dass sie bei meiner Herabwürdigung mehr noch an
die ihrige dachten; denn jeder Pinsel, er mag in einer Liverei stecken oder in
einem Hofrocke, fürchtet an Wert zu verlieren und in Finsternis zu versinken,
wenn der Nimbus seines Gebieters verlischt. Zwei traten stillschweigend nach
meiner Erklärung ab. Nur der Epilogus schien etwas noch auf dem Herzen zu haben,
und fing mit seinem gewöhnlichen Anstande an, es auszukramen.
    »Unter allen guten Eigenschaften eines Bedienten,« erhob er seine
Teaterstimme, »steht wohl die Ehrlichkeit..« »Keine Chrie, Herr Volksredner,«
siel ich ihm ins Wort, »die verbitte ich mir. Sage es ohne Umschweife. Was hast
du anzubringen - nun?« - »Nun denn nämlich,« stotterte er, »ich bin so glücklich
gewesen, eine Entdeckung zu machen.« - »Und die besteht?« - »Ja, mein Gott! wie
soll ich Ihnen antworten? Ich darf den Ort nicht nennen - Eigentlich braucht es
auch nicht - es steckte
