, es würde mir nicht besser gehen als den gefangenen
Elephanten, und keine Nachkommenschaft würde wider meine Enthaltsamkeit zeugen.
    Unbegreiflich, dass es Gemüter gibt, die mit diesem natürlichen Gefühle
scherzen, ruhig ihre Zeit verschwelgen, verjagen und in Schauspielen vertändeln
können - bei dein Bewusstsein, dass inzwischen ihre rechtliche Strenge, oder ihr
Übermut gleich organisirte Maschinen wie sie sind, in Ketten und Banden hält!
- Wehe dem Regenten, der diese Gewalt, die nur eine noch höhere Pflicht, als das
Mitleid ist, rechtfertigen kann, leichtsinnigen, unmündigen oder boshaften
Händen überlässt! - der nicht den Zaum locker hält, den er der Freiheit anlegt,
und nicht immer fürchtet, das arme Geschöpf, das unter ihm seufzet, hartmäulig,
stättisch, kollerig und unbrauchbar für diese und jene Welt zu entlassen! - der,
statt Lustschlösser zu bauen, die seine Nachfolger dem Verfalle Preis geben,
nicht lieber seine Baulust - zur Verschönerung der Gefängnisse, zur Erweiterung
ihrer Höfe, und zur Bepflanzung derselben mit Blumen und Bäumen benutzt, und der
den Übertreter, selbst aller Gesetze von der Wohltat der Sonne auszuschliessen
wagt, die doch der oberste Richter ausspendet, um zu scheinen über Gute und
Böse, über Gerechte und Ungerechte! - Und was soll ich über euch ausrufen, o
ihr, die ihr die Kunst eures Gleichen zu martern, bis zu dem Grade verfeinert
habt, dass ihr nicht allein ihre Körper, nein, auch ihre Seelen einzukerkern
versteht, - ihren Phantasien alle Nahrung abschneidet, dem Redelustigen keine
Antwort, der Neugier keine Zeitungen gönnt, Feder und Tinte verbietet, und dem
Abgematteten, nach einem mühseligen Tagewerke, die noch größere Strafe der
Untätigkeit aufbürdet, und ihm zu aller Erholung von seinem Elende mir die
nagende Betrachtung desselben übrig lasst?
    Der trostreiche Ersatz, den mir jetzt mein Schreibtisch für den Verlust der
vorher gegangenen einfältigen Stunden gewährt, belehrt mich, welche Pein es sein
mag, den Strom seiner Gedanken in sich selbst verrauschen zu hören, ohne ihm
einen Ausfluss verschaffen zu können, der an das Herz eines Mitmenschen
anschlage. Wie fühle ich nicht jetzt, bester Eduard, selbst in Deiner
Entfernung, den Wert Deiner Gegenwart! und zu was für einem Kleinod ist mir
nicht meine Feder geworden!
    Um mir meine lange Tirade zu gute zu halten, darfst Du nur hören, wie es mir
heute ergangen ist. Als ich mich, ernsterer Geschäfte wegen, von Dir
losgerissen, und mein Tagebuch weggelegt hatte, setzte ich mich nachdenkend in
meinen Lehnstuhl. Das erste, wonach sich wohl jeder mehr oder weniger Bedrängte
umsieht, sind Freunde: aber leider! fand ich diese schöne Aussicht hier noch um
vieles eingeschränkter, als an jedem andern Orte der Welt. Du weißt,
