 und Kräfte der Schöpfung, schwingen, reiben und
drücken sich, um aus dem Leben der Verherrlichten diese erste stolze Nacht zu
verlöschen - Sie verlischt - aber das rührende Andenken derselben, mit allen
ihren menschlichen Folgen, wird ihren Seelen unvertilgbar und den entferntesten
Zeiten noch heilig sein.
    Schon glänzen die Gebirge, die Täler und Hügel des Erdballs in den Strahlen
der Morgenröte - der entzückte Prinz bemerkt ihr Farbenspiel nur an denen, die
in seiner Herrschaft liegen, und die ihm auf der ganzen Oberfläche der Natur die
liebsten geworden sind. Von ihrem Horizont aus wirft er noch einen Seherblick in
die Nachwelt - sieht sich glücklich eingereiht in die Mitte unzähliger Vorfahren
- unzähliger Nachkommen, und der Wunsch seines Stammvaters ist in allen seinen
Teilen erfüllt. Sein Kanzlei- ist beantwortet, und dem Einsturze seines stolzen
Gebäudes ist durch zwei neu angestellte, tüchtige Arbeiter vorgesehen, und die
Anlage seiner Kapelle gegen allen Tadel gerechtfertigt. Sanft belastet von der
Schwere ihres vielfältigen Glücks, reichen sich die Liebenden dankbar die Hände.
Keines weiß, wer das andere besiegt hat. Arm in Arm treten sie an den Altar der
Psyche - blättern bei dem Glanz ihrer Lampe in dem heiligen Stammbuche die
Stelle auf, die es ihnen anweist, und setzen unter alle die Namen, die hier mit
zitternden Händen geschrieben stehen - in auch nicht festern Zügen, den ihrigen.
Ein herrliches Werk! an dessen Fortsetzung es jedem gutdenkenden Sohne dieses
hohen Geschlechts eine Freude sein sollte zu arbeiten. Das glückliche Paar gibt
sich das Wort es gelegentlich durchzugehn - um - wie die wackere Prinzessin
hinzu setzt, die Geschichte eines Hauses kennen zu lernen, in das sie so
freundlich aufgenommen wurde. An der letzten Stufe der Kapelle geloben sie noch
der schaffenden Natur ein Votiv-Gemälde, das selbst in einer solchen Sammlung
der Aufbewahrung noch wert sei. Schwach - vielleicht zu schwach aus
überschwenglicher Liebe, und unbegreiflich allen benachbarten Fürsten, wenn sie
es erfahren sollten, übergibt der Held dieser fröhlichen Nacht an dem Ausgange
des Tempels - seiner Gemahlin den goldenen Schlüssel zum Zeichen seiner ewigen
Treue - ohne Furcht, dass sie ihn jemals verräumen oder verlieren werde, wie
seine Frau Großmutter Liebden höchstseligen Andenkens.
    Ein wohl verdienter Schlaf erwartet sie beide in dem weiten Umfange des
Brautbetts, das unterdes nichts von seinen Franzen, nichts von seinem Ansehen
verloren hat, und gegen das sich der einfache Sopha verstecken muss. Die Engel
des Himmels wären ungerecht, wenn sie nicht gütig auf die Geweihten herunter
blickten, die alles, was die Natur und die Kunst, und was selbst das Geschwätz
des Kapellans verlangt, das zu keinem von beiden gehört, auf das pünktlichste
erfüllt, und schon Vater und Mutter vergessen haben, ehe sie einschlafen. Mögen
jene freundlichen
