
Fällt ungezählt kein Haar.
So opferten im Spiel der Lanzen
Sich Tausende dem Wohl des Ganzen,
So wenig auch ihr Wahn gelang;
Indes hältst Du, den ein Lukrez erhoben,
Und den non seinem Sitz kein Polignac verdrang,4
In Ordnung unsern Globen
Und sein Gewirr im Gang.
So war's nur Spielwerk Deiner Grillen,
Was, als Beweis vom höchsten Willen,
Auf Welt und Nachwelt überging?
So kam allein die komische Verkettung
Von Dir, die unser Heil an einen Fischerring,5
Und Galliens Errettung
An ein Paar Handschuh hing.6
Ihr Seher! steigt von eurem Sitze,
Steigt, wenn ihr könnt, bis zu der Spitze,
Wo menschliches Verhängnis schwebt:
Wird nicht die Schnur der folgenreichen Stunden,
Die auf dem Rad der Zeit sich zu entwickeln strebt,
Vom Zufall aufgewunden,
Vom Zufall abgewebt?
Wer öffnete von allen Zwergen
Auf euren Warten Guttenbergen,
Und Fausten der Erfindung Tor?
Was auszuspähn kein Doktorwitz vermochte,
Im Dickicht der Natur seit Seculn sich verlor,
Bei guter Laune pochte
Sein Jagdspiess es hervor.
Das Wild springt auf - und nun erst setzen
Ihm eure Jäger nach, durchhetzen
Die weite Welt nach seinem Lauf:
Sie fangen es, sie satteln es, sie führen
Es ohne Ruh' und Rast, zur Schau und zum Verlauf,
Und rennen Tor und Türen
Zu seinem Einlass auf.
Ihr Lärm von Trommeln und Posaunen
Treibt alle Messen neue Launen
Auf Guttenbergs Gefahr herbei;
Ihr wütend Heer auf Faustens Mantel schwebet
Bis in das Feenland zum Thron der Schwärmerei;
Selbst der Olymp erbebet
Von ihrem Jagdgeschrei;
Kein Laut zufälliger Gedanken
Entfährt dem Mund, ersteigt die Schranken
Der Nachwelt ohne Wiederklang;
Kein Lied verhallt, und wenn es auch in Nächten
Wollüstigen Tumults ein kranker König sang;7
Es kürzet den Gerechten
Des Lebens Übergang.
O Zufall! freundlicher Erhalter
Des Lorborg, den uns Neid und Alter
Gern von dem Haupte nimmt, verleih
Auch mir den Schutz, den Du dem hohen Sänger
Verliehst, dass mein Gesang, gleich seiner Litanei,
Noch manchem Müßiggänger
Der Nachwelt heilig sei.
Wie vieler Unsinn, klug betitelt,
Hätt' es Dein Kompass nicht vermittelt,
Schwämm' unbemerkt im Strom der Nacht!
Dir danken wir die Kunst, den Schall zu malen,
Du hast manch Quentchen Witz zu einer Zentnerfracht
Erhöht, und Kern und Schalen
Der Schreibsucht flott gemacht.
Gewohnt dem Grübler nachzuwandern,
So weit ein Zirkel in den andern
Als über unsre Gränzen tritt.
Sprichst Du ihm Hohn, wenn er das Unsichtbare
In einer Tiefe sucht, die noch kein Mensch beschritt,
Und bringst dafür uns Ware,
Die wir bedürfen, mit.
Der Propagande Jünger dringen,
Für Gott mehr Ernten zu erringen,
Bis in der Bonzen Heiligtum
