, was eure Gebieterinn
von euch fordert.
    Der Erzähler zog bei diesen Worten einen Brief hervor, in welchem Herrmann
Züge von der Hand seiner Ida erkannte; er küsste sie, und las folgendes:
    »Beruhiget euch, teure Königin, eure Ida ist außer Gefahr, das ganze
Unglück, das mir widerfährt, ist, dass ich in ein Kloster nach Ungarn gebracht
werde. Dieses Land war es ja, wohin mich meine Sicherheit und Herzog Albrechts
Angelegenheiten bestimmten, selbst meine Verfolger müssen mir die Hand bieten
mich an den Ort zu führen, wohin mich das Schicksal ruft. Ich bitte, entlasset
meine Begleiter, und heißt sie nach Regenspurg eilen. Ein sonderbarer Zufall
entdeckt mir, dass einer von denen, welche ich am meisten liebe, sich dort in
einem Zustande befinde, welcher ihm Hilfe nötig macht; sollte es vielleicht
mein Vater, sollte es Herrmann sein? -
    Die Reisigen müssen einige Tage an dem Orte verweilen, den ich ihnen
bestimme, und durch sorgfältiges Nachforschen das zu erfahren suchen, was ich
ihnen nur undeutlich melden kann.
    O Sophie, Sophie! wenn? wo werden wir uns wieder sehen!«
    Und was habt ihr getan, fragte Herrmann mit Höflichkeit, den Befehl der
Gräfin zu vollziehen. Nichts, antwortete der Anführer lachend, als auf das
Geschäft gewartet, welches wir hier haben sollen, und welches sich ohne Zweifel
uns von selbst darbieten muss, weil wir nicht geschickt genug sind,
Nachforschungen nach ganz unbestimmten Dingen anzustellen! -
    Die Liebe der Ritter gegen ihre Damen war in jenen Zeiten noch
entusiastisch genug, ihnen die kleinsten Winke derselben zu Gesetzen zu machen;
ein angeblicher Traum der schönen Ida war ehemals kräftig genug gewesen, den
Ritter, dessen Wahlspruch war; Die Unschuld fliehet nie! in die weite Welt
hinaus zu treiben; kann man sich wundern, dass die rätselhaften Worte ihres
Briefs alle seine Kräfte in Bewegung setzten, zu ersinnen, nachzuforschen,
auszurichten was sie verlangte? - Seine Gegenwart war fähig alles in Bewegung zu
setzen. Die trägen Ausrichter von Idas Befehlen wurden durch seinen Antrieb
lebendig, und nicht ein Tag verging, als man schon wusste, dass der sonderbare
Zufall, Gesicht, Prophezeihung, Ahndung oder was es sein mochte, der ihr
Regenspurg als den Leidensort eines ihrer Freunde bezeichnete, so wenig gelogen
hatte, als jener wachende Traum von Herrmanns Beurteilung vor dem heimlichen
Gerichte. - - -
    Der Graf von Württemberg, Idas Vater, hatte, wie wir wissen, Nürnberg
verlassen, um nach Italien zu flüchten, und sich daselbst einige Zeit wegen
gewisser Verdrießlichkeiten, die er gehabt hatte, zu verbergen. Er war ein Mann
von zu großer Bedeutung, und seiner heimlichen Feinde waren zu viel, als dass er
seinen
