 zittert, so
siehst Du mich heute, oder Deine Krankheit ist erdichtet.
    Heiliger Gott! - Was ich da für Unsinn plaudere. - - - Lass mich um Gottes
willen wissen, ob Du besser bist? - Nun so bin ich denn zum immerwährenden Kummer
geboren! -
    Gerade jetzt erhalte ich Dein zweites Billet. - Fritz, vermag meine Liebe
nicht Dich zu beruhigen? - Wenn Du denn durchaus nicht kommen kannst, so schreib
mir bis halb drei Uhr, wie es um Dich steht? - Komm lieber nicht, als dass Du
wieder so unendlich leiden solltest, so rasend unmenschlich hätte ich doch die
Deinigen nicht geglaubt! - Und mir drohen? - Die Elenden! - Mir? - Ha! Kommt nur
ich will euch empfangen! - Ihr sollt die Wut eines liebenden Weibs kennen
lernen! - - Zittern sollt ihr, oder weichen! - Eigennutz, - - Verdammtes,
höllisches Laster, Du schufst Barbarei in des Menschen Gehirn!!! - -
    Verkuppeln wollen sie Dich also? An wen denn? - Warum nennst Du mir die
glückliche Prinzessin nicht, der Du Falschheit auftischen solltest, weil Dein Herz
mein gehört! - Merk Dir's Jüngling, es gehört mein, und sollte ich seinen Besiz
durch Blut erringen! Mögen dann die Dummköpfe über meine Heftigkeit lachen, das
kümmert mich nicht! - Ich halte mich in der Liebe an Mutter Natur, sie schuf
unser Herzen ohne politische Neben-Absicht, bloß zur Liebe, und ich will ihre
Rechte so lange verteidigen, bis Menschen-Bosheit meine Kräften durch
Gewalttätigkeit schändet!!! -
    Aber dazu werden es doch Deine Verwandten nicht bringen, der Monarch hat
Ohren, und ich habe Mut und Entschlossenheit ihm Dinge zu entdekken, die er als
Mensch verteidigen muss! -
    Narren sind das, kalte Narren, die Hindernisse in der Liebe nicht zu
übersteigen wissen. -
    Ich wundere mich nicht über das Gespötte, das sie über die Beharrlichkeit
meiner stolzen Seele treiben werden, ich wundere mich nicht, dass sie
Standhaftigkeit und große Leidenschaften für überspannte Torheit halten. Wie
kann ihr Schnekken-Blut in eine edle feurige Wallung kommen, um männliche
Vestigkeit zu begreifen? -
    Glaube sicher Fritz, wer über unsere Geschichte lacht, wer sie für
unbegreiflich hält, der ist gewiss in der Liebe keiner Beharrlichkeit fähig! -
Helden haben ihr entusiastisches Feuer, Patrioten ihren wahren Eifer, biedere
Bürger feste Treue, und warum sollten Wahrhaftliebende keine Beharrlichkeit
haben? - - Vorausgesezt, dass sie überzeugt sind, ohne Neben-Absicht zu lieben,
so bald sie untersucht haben, ob es nicht bloß jugendliche Übereilung ist,
worunter feurige Sehnsucht nach Genuss stekt, so bald sie wissen, dass die Natur
sie
