 ist Gott. -
    Das Gute und Beste ist aller Natur Zweck. Sie gleicht einer Armee mit ihrem
Feldherrn, und das Wohl besteht in der Ordnung. Vögel, Tiere und Pflanzen, und
was schwimmt, hat seine gewisse; keins aber scheint füreinander, sondern es ist
Eins, wofür alles geordnet ist. -
    Alles in der Natur hat wieder etwas Böses in sich, insofern es nicht das
Eins ist, auf welches sich alles bezieht. Wir alle nehmen Anteil an Gott, und er
macht das Ganze. -
    Kurz, es ist eine allgemeine Bewegung, die alle Elemente zu ihrem Vergnügen
in Ordnung erhält und macht, dass sie sich ihrer Natur nach zu einzelnen Ganzen
formen, und jedem von sich mitteilt wie ein Hausvater seinen Kindern, Sklaven
und Tieren. Jedes ist glückselig nach Art seiner Bestandteile und trägt so die
Übel seiner Zusammensetzung. Gott allein ist ewig im Genuss seines reinen Wesens,
wie jedes nur die wenigen Momente seiner höchsten Kraft und Einheit.
    Darauf folgert er: Es sind so viel Götter als selbstständige kreisförmige
Bewegungen, der Fixsternhimmel fasst sie, und alle insgesamt machen nur einen. -
    Wenn Wesen verschieden ist, so muss wohl eine Art davon das beste und
mächtigste sein. -
Die Sonne hatte sich geneigt, und wir stiegen vom Gewölbe der Rotunda wieder
hinab.
    Ich beschloss auf der Treppe:
    »Jeder versteht sich selbst am besten; und so mag auch Aristoteles am besten
verstanden haben, was Wahres und Erträumtes in seiner gestirnten Nacht von
Worten liegt. Über Wesen, dessen Begierde und Scheu, Ruhe und Bewegung und
Entstehen des Einzelnen werden wir uns noch lange vergebens die Köpfe zerbrechen
und die erhabensten Männer Schwachheiten vorbringen. Wenn alles in der Welt so
begreiflich wäre, wie wir verlangen, so würden wir nicht halb so glücklich leben
und vor Langeweile über aller der Klarheit und Deutlichkeit vergehen. Es müssen
Wunderdinge für uns sein! Wir müssen Rätsel haben, wie die Kinder, um das, was
in uns denkt, damit zu beschäftigen.« Wir traten wieder in das Panteon. Und um
diese Zeit muss man es sehen, wenn die stille Dämmerung sich einsenkt! Da fühlt
man unaussprechlich die Schönheit des Ganzen; die Masse wird noch einfacher für
das Auge und erquickt es lieblich und heilig. Dann ist es so recht der weite
hohe schönheitsvolle Zauberkreis, worin man von dem Erdgetümmel in die blauen
heitern Lüfte oben wegverzückt wird, und schwebt, und in dem unermesslichen
Umfange des Himmels atmet, befreit von allen Banden.
    Wir setzten uns in den süßesten Punkt und genossen.
    Nach langer Stille umschlang mich Demetri zärtlich und sagte einige Worte
über die ehemalige Minerva des Phidias (Tochter aus dem Haupte des Zeus,
Verstand aus dem Wesen) und die
