 der
edel und herrlich ist! Er bleibt es ewig.
    Demetri. Erhaben; wenn's nur wahr wäre und nicht dieselben Schwierigkeiten
stattfänden! Anaxagoras hätte schon klüger deswegen in der Verzweiflung alles:
Knochen, Haare, Nägel, Klauen, für von Ewigkeit fertige Vollkommenheiten
gehalten, wenn dem Stagiriten bei der Seele so etwas in Sinn gekommen wäre, als
Ihr von ihm meint. Schwerlich kann ein arabischer Hengst je in Dänemark
wiedergeboren werden und ein Epaminondas in einem grossmogulischen Serail!
Inzwischen wird dieser bezaubernde stolze Glaube an persönliche Unsterblichkeit,
die man freilich alsdenn auch jedem Wurm wie Alexandern und Cäsarn zuerkennen
muss, noch lange herrschen.
    Jedoch es ist Zeit, von diesen Dunkelheiten auf den Aristotelischen Gott zu
kommen, den König der Elemente, der alles auflöst und aus seiner Trägheit in die
Freiheit, zu handeln, setzt.
    Eine Bewegung, sagt der Weise, muss die erste oder muss ewig sein, die durch
keine andre hat können hervorgebracht werden. Sie bedarf der Regung nicht von
etwas anderm, sondern ist selbstständig, immer in Wirklichkeit und nie bloß in
Möglichkeit, sonst würde aller Grund von Leben und andrer Bewegung fehlen. Sie
ist schlechterdings notwendig, und man muss sie an und für sich annehmen.
    Wir können uns keine andre Bewegung in sich selbst ewig denken als die
kreisförmige, und kreisförmig ist sie der Vernunft und der Tat nach.
    Sie bewegt, von nichts bewegt, für sich das Begehrliche und Verständliche.
    In ihr schwebt der Himmel und die Natur. Ihr Leben ist das beste, so wie wir
es nur kurze Zeit haben; denn sie bleibt immer dieselbe, welches uns unmöglich
ist. Ihre Wirksamkeit ist Wollust; durch sie ist das Wachen, die Empfindung, das
Denken das erfreulichste. Hoffnungen und Erinnerungen stammen davon.
    Das Denken an und für sich selbst gehört zum Besten an und für sich selbst
und das abgezogenste zum Vortrefflichsten. Der Verstand denkt sich aber durch
Annehmung von Verständlichem; und verständlich wird er berührend und denkend, so
dass Verstand und Verständliches dasselbe; denn das Fassende des Verständlichen
und des Wesens ist Verstand. Er wirkt im Haben, so dass jenes mehr als dieses,
was der Verstand Göttliches zu haben scheint, und die Betrachtung ist das
Erfreulichste und das Beste.
    Wenn also Vollkommenheit ist, wie wir zuweilen beschaffen sind, so ist Gott
immer verehrungswürdig; wenn Höheres, noch verehrungswürdiger. Und so verhält es
sich.
    Auch herrscht wahrhaftig Leben in ihm; denn Wirksamkeit des Verstandes ist
Leben, und er ist die Wirksamkeit. Die Wirksamkeit aber an und für sich ist sein
bestes und immerwährend Leben. Und wir sagen, dass Gott ein immerwährend bestes
lebendiges Wesen sei, so dass Gott Leben und beständige immerwährende Dauer hat.
Denn das
