 er in den guten Stunden
hernach daran arbeiten könnte.
    Im Griechischen waren wir schon einig wegen Ton oder Akzent und Aussprache;
wir richteten uns gänzlich hierin nach den, obgleich verwilderten, Abkömmlingen
der Alten, zumal da wir doppelten Endzweck hatten. Wir gelangen zur Kenntnis
toter Sprachen nicht allein durch Vernunftschlüsse und Vergleichungen, sondern
noch durch Herkommen; und da hat doch das Volk, dessen Sprache die älteste
Tochter ist von der abgestorbnen, oder vielmehr selbst noch Mutter, nur durch
die Zeit verändert und verwandelt, das nächste Recht zur Erklärung. Kein
auswärtiger Bücherheld wird mit seinem bloßen Buchstabieren auch je dem Runden
und Lebendigen desselben bei Lesung der übriggebliebnen Denkmale gleichkommen.
    Man kann wohl sagen, dass wir kein größer und vollkommener Ganzes vom
menschlichen Leben haben als die griechische Sprache, wenn man sie vom Homer an
zusammennimmt bis auf unsre Zeiten.
    Im Homer steht sie schon als ein starker junger saftiger zweige- und
laubvoller Baum da; in den tragischen und komischen Dichtern Atens, dessen
Philosophen und Rednern in höchster Schönheit und Fruchtbarkeit, so wie noch nie
etwas Menschliches erschienen ist: und bei den Neugriechen zusammengeschrumpft,
verwachsen und ästezerbrochen, bepfropft mit mancherlei fremdartigen, und doch
noch groß und reich; in einem Alter von dreitausend Jahren.
    Die feinen Ausbildungen, die geschmeidigen Darstellungen aller
Verschiedenheit der Natur sind, so wie die Wirklichkeit selbst, in den Zeiten
der Barbarei verlorengegangen. Die Neugriechen haben keinen Dativum in ihren
Deklinationen, und ihre Verba sind steif geworden. Das Futurum wird mit dem
Hülfsworte wollen gemacht, das reiche Perfektum ist verschwunden und der erste
Aorist darein verwandelt. Sie haben keinen Dual, kein Medium, keine Verba in mi,
sogar keinen Infinitiv mehr. Die Partizipia sind verunstaltet; die Präpositionen
ohne Regierung fast: ihrer bloß acht an und für sich, haben alle den platten
Akkusativum hinter sich; und die Partikeln bringen wenig Geschmeidigkeit mehr
hervor.
    Und doch hat die Sprache noch Wohllaut und mannigfaltigen Klang; schöne
ursprüngliche Form, aber wenig Beweglichkeit. Die italienische ist aus der
römischen weit mehr von Leben und Geist gebildet; das Neugriechische aus dem
alten lange nicht so bearbeitet. Vieles darin sieht aus wie zerschmettert und
versetztes Bruchstück, und manches ist noch völlig so wie bei dem alten.
    Ich brachte dem Ardinghello bald alles bei, was zum täglichen Leben gehört;
obgleich die gemeinsten Dinge bei den Überfällen verschiedner Völkerschaften
hauptsächlich ihre Benennungen verändert erhalten haben. So heißt zum Beispiel
jetzt: Brot psomi, Wasser neron, Wein krasy, der Leib kormi, die Tür porta, der
Weg strata, das Haus spiti; chrysaphi, asimi Gold und Silber.
    Überhaupt lieben die Neugriechen das I; und man findet oft das alte Wort,
wenn man es wegtut, als bei mati
