, worin wir nicht weiterkommen.
    Der Beweis, womit Anaxagoras, Plato und Aristoteles das Dasein des
Verstandes dartun, ist: es muss ein Wesen geben, das unvermischt ist und alles
durchdringen kann, damit es Gewalt darüber habe und erkenne.
    Fürs erste also ist jedes Element in seiner Reinheit unvermischt; und so
Haufen Elemente in ihrer Reinheit beisammen.
    Sind die Elemente an ursprünglicher Feinheit verschieden, so ist, nach aller
Erfahrung, wahrscheinlich das Feuer oder Lichtelement das feinste. Folglich
hätte das Feuer alle Eigenschaften, die sie zu ihrem Verstand erheischen.
    Ist dies Seele, was, nach dem allgemeinen Begriff, andres durchdringt, so
kann man auch mehrere Arten von Seelen annehmen. Feuer durchdringt die Luft;
Luft und Feuer durchdringen das Wasser; und Feuer, Wasser und Luft durchdringen
die Erde, und bändigen sie nach ihrem Wohlgefallen, und bequemen sich wieder als
der Grundfeste freundlich nach ihr. Und so überhaupt eins nach dem andern.
Herrschen ist Wohltun, alle andre Gewalt Tyrannei. Wer weiß, ob der Gegensatz
von Feuer und Erde nicht zu stark ist, ob Erde nicht zu grob und Feuer nicht zu
fein gegeneinander sind, um vollkommen aufeinander zu wirken? Ob nicht Mittel
dazwischen sein müssen? (wie zum Exempel in den mildern Erdstrichen; in
Griechenland, dem Klima der Schönheit.)
    Überhaupt sagt uns alles, dass da die höchste Vollkommenheit und
Glückseligkeit ist, wo die höchste Fülle. Wenn die Zusammensetzung so
harmonisch, so proportioniert ist, dass jedes Element sich regen kann nach seinen
Kräften, entsteht der höchste Verstand; eins erkennt das andre auf diese Weise
am reinsten und vollkommensten. Und dies möchte wohl der Aristotelische Verstand
sein, der durch alle die feinen Röhren des menschlichen Gebäudes im Gehirne sich
absondert; die reinsten Verschiedenheiten von Feuer, Luft und Wasser und Erde
kommen hier lauter zusammen und machen ein göttliches Ganzes, wie in unendlichen
Massen die Welt ist.26 Bei den andern Tieren sondern sie sich nur nicht so rein
und in der Fülle und Proportion ab, von Urbeginn durch den Druck der umgebenden
Kräfte daran verhindert.
    Ardinghello. Aber die ersten Geschöpfe Paar und Paar, Tier und Mensch, und
Gras und Baum, wo leitet Ihr und Aristoteles diese her?
    Demetri. Wie unser Verstand in der Zusammensetzung Wissenschaften und Künste
aus verschiedenen Erfahrungen der Sinne bildet, aus Empfindungen, die mit
Bewegung und Sturm und Aufruhr in uns kommen, eine Iliade, einen Ödip, so kann
er auch von Anbeginn mit Hilfe der ganzen Natur die Gestalten der verschiedenen
Gattungen gebildet haben. Man muss bei Zeugung und Untergang allezeit auf
Elemente kommen, die unzerstörbar sind und aus welchen alles Zusammengesetzte
wird.
    Unser Erdboden hat ohne Zweifel, nach Vernunft und Naturgeschichte, einmal
in einer
