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wenigstens einer den andern wie ein noch scheues edles Ross vor den
fürchterlichen Einbildungen auf allen Seiten herumführen.
    Welches der König der Elemente ist: Luft oder Feuer, wär also der Streit bei
den griechischen Dichtern und Philosophen. Um das Höchste und Edelste zu sein,
muss er die Massen aller andern durchdringen, Gewalt darüber haben, sie an sich
ketten und nach seiner eignen Natur formen und bewegen. Nach diesem Grundsatze
würden die Dichter wohl den Philosophen nachgeben und alle lebendige Wesen eine
Art von Flamme sein; Feuer so über Luft wie Bewegung des Lichts gegen Schall.
    Auch war das Wesentliche zwei der ältesten Religionen des menschlichen
Geschlechts in der Mitte der zwei größten Weltteile, Asien und Amerika,
Verehrung der Sonne und des Feuers; und ihre Frommen bemitleideten die so mit
geistiger Blindheit Geschlagnen, dass sie in Finsternis nach Gespenstern
herumtappen, vom Lichte der Natur, durch alle Himmel dasselbe, lieblich und
freundlich und erwärmend hell lebendig umstrahlt. Selbst in Rom, da edle
Weisheit und Tapferkeit in seinem Senate noch den Erdboden regierte, bewahrten
jungfräuliche Hände dessen Glut als das Allerheiligste.
    Lassen wir aber auch noch einen Priester des Zeus mit seinem Pomp in diese
Versammlung treten und die Religion seines Volks behaupten, weil wir einmal im
erfreulichen Schwärmen der Phantasie darüber sind:
    Toren ihr alle! ruft er aus; die Welt macht nur ein Ganzes, und ihr haltet
euch an den Teil. Alle verschiedene Urwesen in der Natur sind göttlich, jedes so
ewig als das andre, und keins kann von dem andern herkommen und geworden sein.
    Rein abgesondert nennen wir sie Elemente; untereinander vermengt, für uns
ohne Ordnung und Schönheit, nennen wir sie Materie.
    Wie alle diese Kräfte zusammengekommen sind, sich verbinden und scheiden und
allerlei Erscheinungen hervorbringen, hat noch kein menschlicher Kopf für Sinn
und Verstand erklärt.
    Tun wir den äußersten Flug menschlicher Einbildungskraft und nehmen Anfang
an, wo es nur immer möglich ist.
    Stellt euch das Chaos vor, das alle Götter, Menschen, Tiere, Pflanzen,
Metalle und Steine gebar, wie einen unermesslichen heißen Nebel im unendlichen
Raume, worin Sonnen und Planeten noch zerstäubt schwimmen mit den Meeren, Erden
und Lüften.
    Es begann die Zeit: Feuer und Lüfte und Wasser und Erden schieden sich, und
ein gleichartiges Wesen gesellte sich seiner ewigen Natur nach zu dem andern.
Die jungen Sonnen wälzten sich und wuchsen, bis jede sich aus ihrer Sphäre
gleich ewigen blendenden Gewittern von lauter Blitzen und Wetterstrahlen (wovon
wir an unsern Wolken zuweilen nur winzige dunkle Schatten sehen)
zusammengesammelt hatte, und besäeten die Himmel. Die gröbern Massen sanken
unter, jede nach ihrem verschiedenen Grade, und machen nun die Planeten aus, die
immer schwebend herumtanzen, sich wieder mit dem holden
