
Jüngling den Mangel des Entzückens, welches nur die Mitteilung gewährt, in dem
Umgang mit seinem edleren Ich, in die großen Beschäftigungen mit seinem eignen
Geiste zurückzudrängen - er lehrte ihn in sich eine Welt finden, da die Welt
außer ihm, auf immer vor ihm verschlossen war.
    Trauben von den Dornen und Feigen von den Disteln lesen, war Hartknopfs
Wahlspruch, so oft er etwas bemerkte, was aus dem großen Plane der Natur
hinweggerückt zu sein schien - Hier ist das Künsteln nötig, sagte er, um das
Verdorbne wieder gut zu machen. - Was ein Unvernünftiger zu einem schlechten
Endzwecke hervorgebracht hat, kann der Vernünftige immer noch zu einem bessern
Endzwecke nützen - Die Unvernunft kann nichts so sehr verderben, dass die
Vernunft es nicht sollte wieder gut machen können - Die Unvernunft reißt nieder,
damit die Vernunft wieder etwas zu bauen habe, so bleibt alles in Tätigkeit.
    Wer sich einmal lebendig begraben will, der tur doch immer noch am besten,
wenn er sich in ein Kartäuserkloster begräbt, wo er sich doch sein Grab selbst
nach Gefallen ausschmücken, und sich, wenn es ihm beliebt, darin umwenden kann,
ob er gleich auch nicht wieder heraus darf.
    Oft wenn ich aus meinem Stubenfenster über die alte Stadtmauer nach dem
Kartäuserkloster hinüberblickte, fühlte ich eine geheime Sehnsucht nach diesen
stillen Hütten - die ihren sehr guten Grund in meinem damaligen Verhältnisse
gegen die Welt, und gegen die Menschen hatte.
    Die Kartäuser wohnen nicht, wie andre Mönche in einem Hause, wo ein jeder
seine besondere Zelle hat, sondern ein jeder Mönch hat hier sein eigenes kleines
Haus, das nur ein Stockwerk hat, und mit einer hohen Mauer umgeben ist,
innerhalb welcher ein kleiner Garten bei jedem dieser Häuser befindlich ist. Die
einzelnen Häuser sind durch die hohen umgebenden Mauern so voneinander
abgesondert, dass man durch keine Türe aus einem ins andre, wohl aber aus allen
gemeinschaftlich in die Kirche und den Speisesaal kommen kann. Auf diesen Gängen
ist es also allein wo sich die Mönche begegnen, und sich durch ihr
unverbrüchliches memento mori miteinander unterhalten.
    Ein jeder hat in seinem Hause seine eigne kleine Einrichtung, bauet selbst
seinen kleinen Garten, spaltet sich selber sein Holz zum brennen, hat auch wohl
eine Drechsel- oder Hobelbank, womit er sich die Zelt verkürzt, und seinem
Körper eine heilsame Bewegung gibt. Sein Lager ist auf der bloßen Erde, zu
seinen Füßen steht ein Todtenskelet, und ein harter Block dient ihm zum
Kopfküssen. Dreimal die Nacht über muss er sich des süßen Schlafs erwehren, wenn
ihn bei vollem Einbruch der Finsternis, um Mitternacht, und gegen Morgen die
Stunde zum Gebete weckt -
    Einmal im Jahr am Fest des Ordensstifters bekommt er Fleisch zu essen, und
Wein zu
