 und andere strenge Mittel, welche nur für Tiere nötig sind und für Menschen, die unvernünftig wie Tiere handeln. Die schickliche Anwendung dieser Mittel zu dem großen Zwecke, vernünftigere und bessere Menschen zu bilden, scheint die echte Erziehungskunst zu sein; und es gibt Männer, begabt mit Einsicht und Wohlwollen, welche diese Kunst zu verbessern vorzüglich bemüht sind. Herr Rehberg spricht aber, ohne dieser zu erwähnen, nur von solchen Erziehungskünstlern, welche er als Toren, als Marktschreier, ja als die sinnlosesten Sterblichen schildert. Er nennt namentlich nirgend die verächtlichen Menschen, wider welche er streitet, gedenkt aber auch gar nicht der Männer, welche zur Verbesserung dieser Kunst der Erziehung nach ihren Einsichten das Mögliche beitrugen, und der von ihnen bewirkten Verbesserungen. Daher ist die lieblose Voraussetzung entstanden, Herr Rehberg meine die letztern selbst und wolle wirklich die edleren Bemühungen zur Verbesserung der Erziehungskunst, welche wir einem von Rochow, Resewitz, Kampe, Trapp, Feder, Gedike, Pfeffel, Lieberkühn, Stuve, Salzmann u.a. zu danken haben, durch sein Buch heruntersetzen. Allerdings haben einige Stellen desselben den Gedanken veranlassen können, als wolle er bloß wider diese würdigen Männer streiten. Aber dies ist doch eine ganz unstattafte Voraussetzung. Denn wie könnte man ihm zutrauen, so unphilosophisch und unbillig zu handeln? Gesetzt, er glaubte, Irrtümer in der neueren Erziehungskunst oder Missbräuche in ihrer Ausführung rügen zu müssen; würde es wohl einem Philosophen anständig sein, über lobenswürdige Bemühungen wegwerfend abzusprechen, als ob sie weiter nichts als Irrtümer und Missbräuche wären? Würde es nicht vielmehr einem Philosophen gebühren, den Nutzen neuer Lehrmetoden und das, was sie etwa Nachteiliges haben könnten, unparteiisch und gründlich zu würdigen? Selbst wenn man voraussetzen wollte, die Prätensionen oder hohen Einbildungen, welche bei irgend einigen neueren Pädagogen vorhanden gewesen sein möchten, hätten unsern Philosophen so indigniert, dass er die ganze neuere Pädagogik so bitter zu verdammen veranlasst wäre, so würde doch ein solches Verfahren nicht nur nicht billig, sondern nicht einmal politisch sein. Denn auch Philosophen – die spekulativen nicht ausgenommen – sind sehr oft voll Prätension und Einbildung; und die leidige Erfahrung zeigt, dass selbst der kategorische Imperativ und die neuesten formalen Prinzipien, welche sonst doch bekanntlich Universalarzeneien sind, einige philosophische Herren vor kindischem Dünkel nicht haben schützen können. Wer würde es aber wohl billig nennen, deshalb alle Philosophie für Geschwätz und alle Philosophen, selbst auch die, welche ziemlich laut schreien, für Marktschreier auszugeben?
Alle diese scheinbaren Widersprüche glauben wir nun, durch die Voraussetzung heben zu können: Herr Rehberg habe die obigen verdienten Männer und ihre wohltätigen Anstalten gar nicht gemeint, sondern nur die tölpischen Nachahmer derselben und besonders das Philantropinchen zu Horbock im Reiche von Aachen.
