 die Uniformen, die Trommel, mit der zum Essen gerufen ward, und andere solche wichtigen Sachen, wobei er den Entschluss fasste, in Verbindung mit einigen pädagogischen Pilgern, die ebenso wie er von Basedow abgewiesen waren, in der Gegend der Maas eine ähnliche Anstalt anzulegen, welche er für sich sehr einträglich zu machen dachte. Er kehrte zurück; und weil er aus guten Ursachen sich im Herzogtume Jülich nicht zu setzen wagte, so begab er sich in das Reich von Aachen (wie das Gebiet dieser Reichsstadt feierlichst benennet wird) und legte daselbst unverzüglich in dem Dorfe Horbock mit seinen Gehilfen ein Philantropinchen an. Er hatte die Kunst gelernt, etwas Aufsehen zu erregen, kleine Vorteile geltend zu machen, sich Empfehlungen zu verschaffen und, wenns nicht anders gehen wollte, Notschüsse zu tun; kurz, die Kunst der Jagd auf Zöglinge, welche wohl so viel Schlauigkeiten erfordert, als die Jagd der wilden Enten, und ebenso wie diese oft in tiefen Sumpf führt. Seine Schule ward dadurch in den benachbarten Gegenden bekannt, bekam bald einigen Zulauf und hat ihn vielleicht noch.
Die Grenzen des kleinen Reichs von Aachen sind, wie die Grenzen des großen Reichs China, durch einen Wall eingeschlossen. Daher mag es wohl kommen, dass wir von dem, was in beiden vorgeht, nur sehr unvollkommene Nachrichten haben. So viel uns bewusst, ist bisher die Existenz des Philantropins zur Horbock im übrigen Deutschlande nicht bekannt gewesen. Im Verfolge dieser Geschichte musste notwendig davon geredet werden, und diese Entdeckung erhält eine zufällige Wichtigkeit in der gelehrten Geschichte. Herr Rehberg in Hannover gab im Jahre 1792 ein sehr gelehrtes Büchlein heraus unter dem Titel: Prüfung der Erziehungskunst, worin er dieser Kunst so viel Böses nachsagt, dass es scheinen möchte, er halte sie ganz und gar für »die falschberühmte Kunst, welche etliche fürgeben und fehlen des Glaubens«. Nun sollte man aber fast denken, es müsse doch auch eine wahre und echte Kunst der Erziehung geben; denn es gibt ja eine echte Kunst, Hunde abzurichten, wodurch in diesen Tieren Kräfte entwickelt werden, von denen man nicht geglaubt hätte, dass sie in ihnen liegen könnten. Wie? Sollte nicht etwa vorher an mehreren Orten die Erziehung der zarten menschlichen Jugend viel Ähnliches gehabt haben mit dem Abrichten der Hunde, so dass man bloß auf ihr Gedächtnis wirkte und bloß Peitschen, Hunger und andere strenge Mittel anwendete, wie bei unvernünftigen Tieren, die sich nicht anders ziehen lassen? Man hat aber in neueren Zeiten überlegt, dass Menschen Seelenkräfte vor den Tieren voraushaben, dass man dieselben auch vorzüglich bei Kindern zu entwickeln suchen und zu deren besserer Erziehung brauchen müsse. Man hat ferner überlegt, dass ein besserer Weg hierzu vorhanden sein werde als Peitschen
