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Martin Luther zu Eisleben, Sixtus V. im Dorfe Montalto in der Mark Ancona, und
einer der besten Könige, die jemals gewesen sind, zu Pau in Bearn. Was Wunder,
wenn auch Abdera, zufälliger Weise, die Ehre hatte, dass der größte Naturforscher
des Altertums, Demokritus, in ihren Mauern das Leben empfing!
    Ich sehe nicht, wie ein Ort sich eines solchen Umstandes bedienen kann, um
Ansprüche an den Ruhm eines großen Mannes zu machen. Wer geboren werden soll,
muss irgendwo geboren werden; das übrige nimmt die Natur auf sich; und ich
zweifle sehr, ob, außer dem Lykurgus, ein Gesetzgeber gewesen, der seine
Fürsorge bis auf den Homunculus ausgedehnt, und alle mögliche Vorkehrungen
getroffen hätte, damit dem Staat wohl organisierte, schöne, und seelenvolle
Kinder geliefert würden. Wir müssen gestehen, in dieser Rücksicht hatte Sparta
einiges Recht, sich mit den Vorzügen seiner Bürger Ehre zu machen. Aber in
Abdera (wie beinahe in der ganzen Welt) ließ man den Zufall und den Genius
walten,
                      - natale comes qui temperat astrum,
und wenn ein Protagoras8 oder Demokritus aus ihrem Mittel entsprang, so war die
gute Stadt Abdera gewiss eben so unschuldig daran, als Lykurgus und seine
Gesetze, wenn in Sparta ein Dummkopf oder eine Memme geboren wurde.
    Diese Nachlässigkeit, wiewohl sie eine dem Staat äußerst angelegene Sache
betrifft, möchte noch immer hingehen. Die Natur, wenn man sie nur ungestört
arbeiten lässt, macht meistens alle weitere Fürsorge für das Geraten ihrer Werke
überflüssig. Aber wiewohl sie selten vergisst, ihr Lieblingswerk mit allen den
Fähigkeiten auszurüsten, aus welchen ein vollkommener Mensch gebildet werden
könnte: so ist doch eben diese Ausbildung das, was sie der Kunst überlässt; und
es bleibt also jedem Staate noch Gelegenheit genug übrig, sich ein Recht an die
Vorzüge und Verdienste seiner Mitbürger zu erwerben. Allein auch hierin ließ
die Abderiten sehr viel an ihrer Klugheit zu vermissen übrig; und man hätte
schwerlich einen Ort finden können, wo für die Bildung des innern Gefühls, des
Verstandes und des Herzens der künftigen Bürger weniger gesorgt worden wäre.
    Die Bildung des Geschmacks, d.i. eines feinen, richtigen und gelehrten
Gefühls alles Schönen, ist die beste Grundlage zu jener berühmten sokratischen
Kalokagatie oder innerlichen Schönheit und Güte der Seele, welche den
liebenswürdigen, edelmütigen, wohltätigen und glücklichen Menschen macht. Und
nichts ist geschickter, dieses richtige Gefühl des Schönen in uns zu bilden als
- wenn alles, was wir von der Kindheit an sehen und hören, schön ist. In einer
Stadt, wo die Künste der Musen in der größten Vollkommenheit getrieben werden,
in einer schön gebauten und mit Meisterstücken der bildenden Künste angefüllten
Stadt, in einem Athen,
