 es mit dem Besen aus der Stube, wir haben es in uns,
in Blut und Eingeweiden: nun muss des Menschen Fleiß und Geschicklichkeit aus
allen diesen Goldgruben jenes köstliche Element heraussuchen und aus den
verächtlichen Materien gleichsam herausziehen.«
    - »Nicht so weitläuftig, Altgesell!« unterbrach ihn der Oberste. »Sehen Sie,
Rikchen!« sprach er darauf in seinem alltäglichen Tone zu mir, »wir reiben und
polieren die Steine so lange, bis die vortrefflichen Zeichnungen, die die Natur
hineingelegt hat, zum Vorschein kommen.« - »Das ist«, hub der Goldmacher wieder
an, »das ist par Exempel just wie mit einer sympatetischen Tinte - Sie wissen
doch, was eine sympatetische Tinte ist?« fragte er mich und sagte mir einige
Rezepte, sie zu verfertigen: aber er kam nicht weit mit seinen Rezepten; denn
der Oberste schrie: »Gearbeitet! gearbeitet, Altgesell! und dann geschwatzt!« -
Sogleich wandte er sich wieder zu mir und versprach, mir eine Probe von diesen
Wunderzeichnungen der Natur zu weisen. Er holte einen großen Kasten herbei,
worin eine Menge polierte Dendriten nach der Ordnung lagen, wie die
Geschichten erfoderten, die er sich darauf vorstellte. »Sehen Sie!« begann er,
»das ist der Einfall des itzo allergnädigst regierenden Königs von Preußen in
Schlesien anno 40: - das hier ist die Schlacht bei Molwitz, wo mich eine Kugel
am Arme streifte: Sie können das sehr deutlich sehen. Hier steht unser
Bataillon; hier steh ich als Leutenant; und hier kommt die verfluchte
Flintenkugel und fährt mir so dicht am Arme hin, dass sie mir ein Stück Haut
wegnimmt.« - Ich sah auf dem Steine nichts als schwarze Punkte, die wohl
Bäumen, aber keinen Soldaten ähnlich waren: allein aus Gefälligkeit sah ich
alles, was er darauf erblickte. - »Das hier«, fuhr er fort, »ist die Aktion bei
Hennersdorf, wo ich meinen Hut verlor und eine Kugel ins linke Schulterblatt
kriegte: ich bin zweimal darauf: hier fällt mein Hut, und hier kommt die Kugel:
sehen Sie! es ist alles deutlich.« - Der Goldmacher schüttelte den Kopf. »Halten
Sie mir zu Gnaden«, fing er an, »mit der Aktion bei Hennersdorf ist es nicht
richtig. Ich setze Leib und Leben zum Unterpfande, Sie irren sich. Es ist die
Geschichte Luteri, wie er dem Teufel das Tintenfass an den Kopf wirft: das
fliegende Tintenfass sehen Sie für eine Flintenkugel an, und die Tinte, die hier
dem Teufel vom Kopfe läuft, halten Sie für den Hut, der Ihnen bei Hennersdorf
vom Kopfe fiel.« -
    Der Oberste. Und was Sie für
