 ferner zu arbeiten und völlig mutlos, legt' er das Ruder nieder, sah seinen Herrn kläglich ins Gesicht und fragte: ob sie nicht über Bord springen wollten, um alle dem Jammer, der ihnen bevorstände, auf einmal durch den Tod zu entgehen? Robinson redete ihm erst liebreich zu und suchte ihm Mut einzusprechen; dann verwies er ihm mit sanfter Stimme seinen schwachen Glauben an die alles lenkende götliche Vorsehung, und erinnerte ihn an das, was er ihn davon gelehrt hatte. »Stehen wir, sezt' er hinzu, etwa nur zu Lande in Gottes, des Almächtigen, Hand? Ist er nicht auch Herr des Ozeans, und kann er, wenn es Ihm gefällt, nicht auch diesen wilden Fluten gebieten, dass sie uns wieder an einen sichern Ort führen müssen? Oder meinst du, dass du dich seiner Herschaft entziehen könnest, wenn du ins Meer sprängest? Wisse, unbesonnener Jüngling, dass deine unsterbliche Seele immer und ewig ein Untertan in Gottes unermesslichen Reiche bleibt, und dass es ihr ohnmöglich wohl danach gehen kann, wenn sie, als eine Empörerin gegen Gott, aus diesem Leben flüchtet, ohne erst den Ruf ihres Schöpfers abzuwarten!«
Freitag fühlte die Wahrheit dieser Vorstellungen in dem Innersten seiner Seele und schämte sich seiner Kleinmütigkeit. Auf Robinsons Zureden ergrif er wieder das Ruder und beide fuhren unaufhörlich fort zu arbeiten, ungeachtet nicht die mindeste Hoffnung war, dass es etwas helfen würde. »Dies, sagte Robinson, ist unsere Pflicht. So lange noch ein Fünkchen Leben in uns ist, müssen wir unser Möglichstes tun, es zu erhalten. Dan können wir, wenn es sein muss, mit dem tröstenden Bewustsein sterben, dass es Gott so gewolt habe. Und sein Wille, lieber Freitag, fuhr er mit erhöhter Stimme und in edlem Feuer fort, sein Wille ist immer gut, immer gut und weise, auch wenn wir schwache Erdenwürmer es nicht begreifen können!«
Der gewaltige Strom schoss indes unaufhörlich fort; mit ihm der Kahn, und von der fernen Insel ragten jetzt nur noch die Gipfel einiger Berge hervor. Jetzt war nur noch die Spize eines einzigen Berges zu sehen, der auf der Insel der höchste war; und nun war alle Hoffnung einer möglichen Errettung dahin!
Aber, wenn alle irdische Hilfe verschwindet, wenn die Not unglücklicher Menschen aufs höchste gestiegen ist, und nirgends, nirgends mehr ein Rettungsmittel übrig zu sein scheint; dann, lieben Kinder, dann pflegt die Hand der alles regierenden göttlichen Vorsehung am sichtbarsten einzugreifen, und uns durch Mittel zu helfen, die wir gar nicht voraus gesehen hatten. So gings auch hier. Indem Robinson selbst alle Hoffnung des Lebens nun schon für gänzlich verschwunden hielt und vor Mattigkeit zu rudern aufhören
