 gegangen war, und das Wasser im Topfe zu kochen anfing: stuzte Freitag, weil es ihm unbegreiflich war, was doch wohl das Wasser auf einmal in Bewegung setzen möchte? Da es aber vollends aufbrausete und von allen Seiten anfing überzulaufen, geriet er auf den närrischen Einfal, dass vielleicht irgend ein lebendiges Tier darin sei, welches diese plözliche Bewegung verursachte; und um zu verhüten, dass dieses Tier nicht alles Wasser aus dem Topfe heraus drengte: stekt' er hurtig seine Hand hinein, um es zu fangen. Aber in eben demselben Augenblicke fing er ein so entsezliches Geschrei an, dass die Felsenwand der Höhle davon erbebte.
Angst und Schrecken ergriffen unsern armen Robinson, da er dies gewaltige Geschrei vernahm, weil er in dem ersten Augenblicke nichts anders vermuten konnte, als dass die Wilden da wären und seinen Freitag schon gepakt hätten. Furcht und Selbstliebe rieten ihm, sich durch seinen verborgenen unterirdischen Gang auf die Flucht zu begeben, um sein eigenes Leben zu retten. Aber er verwarf diesen Einfal augenbliklich wieder, weil er es mit Recht für schändlich hielt, seinen neuen Hausgenossen und Freund im Stiche zu lassen. Ohne sich also länger zu besinnen, stürzt' er aus der Höhle hervor, fest entschlossen, für Freitags abermahlige Befreiung aus den Händen der Unmenschen Blut und Leben zu wagen.
Fr. B. So gefälst du mir, Freund Robinson!
Vater. Er stürzte also hervor, das Beil in der Hand: aber – wie erstaunt' er nicht, da er Freitag ganz allein, wie einen Unsinnigen mit unaufhörlichen Geschrei herumtanzen und die allerseltsamsten Gebehrden machen sah. Lange stand er, wie verduzt, und wusste nicht, was er davon denken sollte? Endlich kam es zu Erklärungen, und da erfuhr er denn durch Zeichen, dass das ganze Unheil nur darin bestehe, dass Freitag sich die Hand ein wenig verbrant habe.
Diesen zu beruhigen, kostete ihm nicht wenig Mühe. Damit ihr aber begreifen möget, (was Robinson erst ein Jahr nachher, da Freitag mit ihm reden konnte, begrif) warum er, um einer solchen Kleinigkeit willen, einen so entsezlichen Lerm machte und sich so wunderlich gebehrdete: so muss ich euch erst sagen, was unwissende, in ihrer Jugend nicht unterrichtete Menschen zu denken pflegen, wenn ihnen etwas begegnet, wovon sie die Ursache nicht einzusehen vermögen.
Diese armen einfältigen Menschen geraten nämlich alsdan fast immer auf den Gedanken, dass irgend ein unsichtbares Wesen, ein Geist, die Ursache von demjenigen sei, was sie nicht begreifen können; und sie meinen, dass dieser Geist eine solche Wirkung auf Befehl irgend eines Menschen tue, dem er dienstbar geworden sei. Einen solchen Menschen, dem sie diese Herschaft über einen oder mehrere Geister
