 nicht um die Hälfte so viel bei der
Großmutter, als der Mutter. Die Großmutter rechnet auf seinen Schutz nicht. -
Pold aber war das einzige Grosskind, und seine Großmutter war die Frau v. W. Soll
ich aufhören, Großmutter zu sein? schreibt sie und ringt die Hände; schriftlich
ringt sie die Hände. Es ist ihretalben zu fürchten - Isaak! der Eineinzige! -
Ei du frommer und getreuer Knecht, schreibt die gewesene Großmutter, du bist
über wenig treu gewesen; ich will dich über viel setzen! Diese Worte, so
anstößig sie wegen des Knechts scheinen, beruhigen mich doch auf eine
unbeschreibliche Art; ich fand sie so treffend. - Beim Trost muss man jede
Gelegenheit benutzen, die ohnedem immer wie eine Sibylle ihre Ware ausbietet.
Wer nicht zugreift, verliert die Hälfte davon und muss die andere Hälfte doppelt
bezahlen.
    Da der Mensch immer leidet, so hat auch Gott der Herr dafür gesorgt, dass er
auf trostergiebigem Boden wandelt. - Der Trost hält Stich, wenn man alle
zerstreute Züge in einem Brennpunkt zu vereinigen sucht. Er ist wie die
Schönheit, die hässlich wird, sobald man sie zergliedert. Das dressirteste Pferd
stolpert unter einem schlechten Reiter, und auch den härtesten Stein weiß der
Künstler so weich darzustellen, so warm zu machen, dass man glaubt, es sei Blut
in ihm.
    Liebe Mutter! liebes Weib! fasst euch! wir werden zu ihm kommen! - Seht nicht
auf die Person, sondern auf die Sache, und dann blickt euch um! Gehts anders in
der Welt? Sind wir die Einzigen, die einen Pold verloren haben?
    Beim Sonnenlicht besehen, was hat die ganze weite Welt, so lange der Mensch
noch nicht auf seine eigene Hand lebt? Ohne durchs Schlüsselloch Entdeckungen zu
machen, fragt den besternten Hofmann, wenn er des Tages Last und Hitze getragen,
und gekrümmt nach Hause kommt, ob alles Gold sei, was man für Gold ausgibt? Der
Würgengel geht keine Tür vorbei. Er hat den Auftrag, sich überall an der
Erstgeburt, am Markt des Lebens zu halten. - Vielleicht ist es noch am besten,
den Exorcismus gebrauchen, den allgemeinen Klagen und allen Übeln des Lebens
durch eine Tollkühnheit widerstehen, den lieben Gott zu Gevatter bitten und
Krippenreiten. Als ob die Spekulation etwas anderes wäre, als wenn ein
Gevatterstand, den man dem lieben Gott ansinnt! - Wahrlich ein Krippenritt!
    L. 3. Inst. quibus ex caus. manum. non lic. saepe de facultatibus suis
amplius, quam in his est, sperant homines! - Lasst sie doch, die armen Menschen,
wenn sie sich durch Selbstbetrug weiter bringen können; - ob so, oder anders!
    Ehemals
