 zwar gegen seinen Vater; ungezogen curisch in aller Rücksicht,
sobald er ins Freie kam. Alles von dieser Verfahrungsart konnte dem Vater
unmöglich verborgen bleiben; indessen schrieb er dies flugs der großen Kunst zu,
sich in die Zeit zu schicken. Überhaupt glaubte der Herr Vater einen
wohleingeschlagenen Sohn in Junker Petern vorzeigen zu können, und hatte nie
etwas dagegen, wenn es dem jungen Herrn einfiel, seinen Vergnügungen Tür und
Tor zu öffnen. Die gute Mutter, die kein doppeltes Gesicht ausstehen konnte,
weil das Gesicht das Patent des Herzens, des Gemüts ist, hörte nicht auf
einzulenken; allein da war der Herr Sohn, so wie es die Zeit mitbrachte, oft
höflich, wie gegen seinen Vater, oft rau und curisch, wie mit seinen Brüdern!
    Was ich einen sich immer gleichen Charakter liebe! Und wahrlich, zu diesem
Gleichlaut den Menschen zu bringen, kann nicht schwer halten, wenn man ihn von
der Bahn der Ausdrücke, der Worte, zu Handlungen, zu Taten, von dem Wege der
Empfindungen auf den Weg der Grundsätze und der Regeln leitet! Wer kann das zu
oft sagen! Wahrlich, es wäre gut, den Menschen von allen Neigungen abzuhalten,
die sich nicht aus der Naturschule herschreiben! - Man lasse das Kind, wie Herr
v. G., der Selige, der Meinung war, essen, wenn es hungert, man lass' es zu
Bette gehen, wenn es schläfert! - Man überlass' es sich in solchen Dingen so
sehr, dass man jedes Gängelband verabscheue! - Es hat gute Wege. Wenn der Finger
verbrannt ist, wird man das Licht scheuen, und wenn sich das Kind den Kopf
gestoßen, wird es dem Fall ausweichen. - Die Erziehung geht nicht diesen,
sondern einen ganz andern Weg. Man sehe doch, wie Gott den Menschen zu erziehen
sich bemüht, da der Mensch sich in die Unnatur stürzte und in seinem Blute lag.
    Neigungen, Angewohnheiten schränken die Macht der vernünftigen
Bewegungsgründe, der Grundsätze ein, und überhaupt, was macht uns unglücklich in
der Welt? Wahrlich nicht der Mangel der Sache. Der Mensch kann sich ohn' alles
behelfen. Selbst ohne die Hoffnungen der andern Welt kann man Gutes tun. Der
Appetit, Freunde! die Neigung zu etwas, das entweder gar nicht da ist, oder
schwer erhalten werden kann, macht uns unglücklich! - Mensch, du bist ein
geborner Diogenes! Lerne dich selbst kennen!
    Ob und in wie weit der Mückenheld diese Lection verdient habe, die ich ihm
gelesen, sei meinen Lesern zu beurteilen überlassen!
    Jetzt zur Geschichte, und damit ich meinen Lesern doppelt einbringe, was sie
bei dieser Nutzanwendung eingebüßt, so sei mir gleich mit der Anzeige
