 die Geistlichen, besonders in der monarchischen Kirche. - Unsere Knaben
werden alle erzogen, als ob sie Schulmänner werden sollten, unsere Töchter,
wenn's köstlich gewesen, als Mamsells (als französische Hofmeisterinnen).
    Jedes Mitglied des Staats muss sein Votum haben, wenn eine allgemeine
Schulanstalt im Staate erbaut werden soll. Bei Töchtern dürfen nur drei ganz
gewöhnliche Weiber votiren. Diese Weiber müssen gesund sein, jede einen Sohn und
eine Tochter haben, auch NB. jede nur einen Mann. Jünglinge haben viele Zwecke;
Mädchen nur den, Weiber und Mütter zu werden. Ein gutes Weib ist auch immer eine
gute Mutter.
    Schule und Welt ist jetzt zweierlei. Schulbegriffe sind mit einem Worte
solche, denen die Erfahrung widerspricht. In der Schule sind Worte. Sachen,
Nadel und Zwirn sind ein Kleid, Mittel ist der Endzweck.
    Schullehrer! bleibt nicht auf der Bank mit euren Schülern, sondern zieht mit
ihnen in die freie Luft der Natur, werdet Peripatetiker. Lehrt sie im Angesicht
Gottes - oder lasst sie nur herumgehen; die Natur selbst wird sie besser
unterweisen als ihr, wenn ihr Gottes Wetter nicht ertragen könnt.
    Die Gabe zu unterrichten (donum docendi) hat jeder Mensch. Wer durch die
rechte Tür gekommen ist, wird auch wieder durch die rechte Tür herausfinden.
Wer eine Treppe in die Höhe steigen kann, wird sie auch herabsteigen. Bergab ist
immer leichter. Wer eine Sache halb weiß, kann nur ein Vierteil beibringen. Wer
nur ein Vierteil weiß, ist ein Mietling. - Je länger ich studire, je kürzer
ist die Predigt. Bedenkt den Haufen Holz, und Stein, und Ziegel, und
Dachpfannen, und Glas, und Kalk und tausenderlei, eh' es ein Haus wird. Steht
das Haus; alles hat sechzig Fuß in die Länge und dreißig Fuß in die Breite Raum.
    Je schöner aber die Rede, desto weniger behältst du. Das Gedächtnis hat
keine Zeit, anzuhalten, keine Ruhe. So was Schönes kann nur die Kunst machen, wo
kein Punkt, kein Komma, kein Semikolon ist. In der Natur hat die Sonne selbst
Flecken. Ein Dichter hat das kleinste Donum docendi, setze ihn auf einen
Lehrstuhl, auf welchen du willst. Er wirst Strahlen, allein die meiste Zeit ist
er umwölkt. Aratus hat ein berühmtes Gedicht über die Astronomie geschrieben,
ohne dass er sie verstand. Er würde kein Gedicht, wenigstens kein berühmtes
darüber geschrieben haben, wenn er sie verstanden hätte. So nachlässig der Anzug
eines Dichters ist, so sieht's auch mit seinem Wissen aus. Da fehlt ein
Hemdknöpfchen, da hat das Kleid einen Kaffeeflecken und an den Beinkleidern
fehlt vorzüglich bei jedem Dichter was. Bitt' ihn,
