 noch jetzt erwidert.
Seit dem Christentum ist noch kein Philosoph gewesen, dessen Vernunft nicht von
der Offenbarung geleitet oder bestochen worden! - Die guten, lieben Herren, den
Pastor nicht ausgenommen! Man sollte Wunder denken, wo sie es her haben! Lies
das neue Testament, geneigter philosophischer Leser! und du wirst finden, dass
die Philosophie nichts weiter als Formalität, als Leisten, als Wörterbuch sei.
Suche, so wirst du finden, klopfe an, so wird dir aufgetan!
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    Christus forderte eine Reinigkeit des Herzens, die noch nie jemand vor ihm
gelehrt hat. Der Mensch soll, des Glaubens halber an Gott, und nicht aus Stolz,
aus Gewinnsucht, seinen Obliegenheiten nachkommen. Es soll kein Wasser diesen
Wein verderben; und ist sie denn nicht wert, die Tugend, dass man sie liebt? Hat
sie denn nicht die glücklichsten Folgen, die bis in Ewigkeit dauern? Nichts
vergeht ganz; alles, der Körper selbst, ist ewig. Und unsere Handlungen? Keine
ist kinderlos; jede pflanzt sich fort, und oft wird aus einem Adam von Handlung
eine ganze Welt! Lasst uns Gutes tun und nicht müde werden, denn zu seiner
Zeit werden wir ernten ohne Aufhören! Über diesen Spruch hörte ich Sie
predigen, lieber Pastor, und noch höre ich Sie, so wohl tut mir diese Predigt!
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    Der Mensch ist auf der Stufe seiner göttlichen Natur nicht im Stande, so
Herr seiner Handlungen zu sein, dass er den moralischen Gesetzen völlig folgen
könnte. Die Welt hat eine Beziehung auf unsere Seele und Körper, nachdem wir die
Welt aus diesem oder einem andern Gesichtspunkte fassen. Bald so, bald so.
Geht's uns schlecht, ist alles schlecht. Geht es uns wohl, so lächelt uns alles
an. Zwar ist der Geist unabhängig vom Körper, und sagen wir also nicht: sein
böser Geist, sein guter Geist, sondern sein böses Herz, sein gutes Herz. Wer
kann den Geist indessen allen äußeren Antrieben entziehen? Diesen Geist, wer
kann ihn heiligen, so wie Gott heilig ist? - wer kann ihn gewöhnen, bloß nach
Grundsätzen der Vernunft zu handeln? Dieser Kampf des Geistes und des Fleisches
ist der gute Kampf, den wir alle kämpfen. - Um mich indessen in einer für mich
so höchst wichtigen Sache nicht in Ungewissheit zu lassen und mich von der
Sentenz zu unterrichten, die Gott vor seinem Richterstuhl über jede meiner
Handlungen ausspricht, gab er mir ein moralisches Gefühl.
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    Vor Gott sind die Himmel nicht rein, und eine ganz absolute Vollkommenheit
kann in keinem endlichen Wesen sein. Etwas, das über die Schranken der
Menschlichen Natur geht, kann der Schöpfer nicht fordern
